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24.01.2022

Treibhausgasemissionen 2020 in Österreich um 7,7% gesunken

Landwirtschaft verringerte Ausstoß seit 1990 um mehr als 16%

Wien, 24. Jänner 2022 (aiz.info) - Die Treibhausgasemissionen sind in Österreich im Jahr 2020 um 7,7% auf 73,6 Mio. t CO2-Äquivalent gesunken. Der maßgebliche Grund für diese Reduktion liegt in den Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie, die vielfältige Einschränkungen von Wirtschaft und Gesellschaft mit sich brachten. Auch in der Landwirtschaft war bei den Emissionen ein Rückgang zu verzeichnen. Für 2021 geht das Umweltbundesamt aufgrund der deutlich schwächeren Pandemieeffekte von einem Anstieg der gesamten heimischen Emissionen um rund 4% aus. 

Im Sektor Landwirtschaft wurden die THG-Emissionen 2020 im Ausmaß von 7,9 Mio. t CO2-Äquivalent verursacht. Das sind um 0,2% weniger Emissionen als im Jahr 2019. Verantwortlich dafür ist nach Angaben des Umweltbundesamtes unter anderem ein rückläufiger Viehbestand. Gegenüber dem Basisjahr 1990 konnte der Agrarsektor seine Emissionen um 16,3% verringern. Im Berichtsjahr 2020 lag der Anteil der Landwirtschaft an den gesamten THG-Emissionen bei 10,8%, somit kamen knapp 90% aus anderen Sektoren. 

Energie und Industrie sind die größten Verursacher

Der Sektor Energie und Industrie ist mit zirka 32,4 Mio. t CO2-Äquivalent der größte Emittent an Treibhausgasen in Österreich. Im Jahr 2020 ist der Ausstoß in diesem Bereich um 7,6% gesunken. Die Emissionshandelsbetriebe verursachten dabei einen Ausstoß von rund 27,0 Mio. t CO2-Äquivalent (Energie: 7,8 Mio. t, Industrie: 19,2 Mio. t). Das sind um zirka 8,6% weniger als im Jahr 2019. Die geringere Produktion in der Eisen- und Stahlindustrie, bedingt durch die Corona-Pandemie, die Stilllegung des letzten österreichischen Kohlekraftwerkes und die geringere Stromerzeugung aus Großkraftwerken spielten hier eine maßgebliche Rolle. Die Emissionen der Industrie- und Energiebetriebe, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, sind zwischen 2019 und 2020 um 2,7% auf 5,3 Mio. t gesunken.

Verkehr: Mehr als plus 50% seit 1990

Der Sektor Verkehr wies im Jahr 2020 THG-Emissionen von 20,7 Mio. t CO2-Äquivalent auf. Im Vergleich zu 2019 ergab sich ein Rückgang um 13,5%. Gründe dafür sind die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie und der dadurch verringerte fossile Kraftstoffabsatz. Die Fahrleistung des Pkw-Verkehrs im Inland ist - ebenfalls pandemiebedingt - gegenüber 2019 um rund 17% gesunken. Gegenüber dem Basisjahr 1990 haben sich die Emissionen im Verkehr jedoch um mehr als die Hälfte (+50,7%) erhöht, das ist der höchste Anstieg aller Kategorien.

Der Sektor Gebäude verursachte im Jahr 2020 zirka 8 Mio. t an THG-Emissionen, das entspricht einem Rückgang von 0,4%. Die Witterung war etwas kühler als im Jahr davor, die Anzahl der Heizgradtage nahm um 1,8% zu. Der Einsatz fossiler Energieträger im Gebäudesektor wurde um 0,3% reduziert, während die Nutzung von Umgebungswärme, Solar- und Geothermie zunahm.

Die Abfallwirtschaft emittierte im Jahr 2020 zirka 2,3 Mio. t CO2-Äquivalent und somit etwas weniger (-2,8%) als im Vorjahr. Diese Reduktion ist auf gesunkene Emissionen aus der Abfallverbrennung sowie auf die rückläufige Deponiegasbildung zurückzuführen. Der Ausstoß an fluorierten Gasen wurde im Berichtsjahr um 4,4% auf 2,2 Mio. t CO2-Äquivalent reduziert. (Schluss) kam