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13.09.2017

Strasser: "Aufregung rund um den Butter-Preis ist unbegründet"

Hochqualitative Produkte müssen uns etwas wert sein

Wien, 13. September 2017 (aiz.info). - Unzählige Schreckensszenarien rund um den aktuellen Butterpreis geistern derzeit durch die Medien. Aussagen wie, Butter sei schon zum unerschwinglichen Luxusartikel geworden, sind sicherlich weit überzogen. "Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Butter beträgt in Österreich rund 5 kg. Geht man von einer Preissteigerung von 50 Cent/Viertelkilo aus, ergibt das Mehrkosten von 80 Cent pro Kopf und Monat. In der Vergangenheit waren die Preise viel zu niedrig angesiedelt und lagen unter dem Verbraucherpreisindex, jetzt sind sie angemessen", sagt Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Die Gründe für den Anstieg der Butterpreise sind vielfältig. "Der Hauptgrund, für den höheren Preis ist, dass der Fettpreis steigt. Überdies kaufen die Konsumenten wieder mehr Butter. Die Bilder von gerodeten Regenwäldern für das Pflanzen von Ölpalm-Plantagen hat zu einem Umdenken geführt", erklärt Strasser. Auch die Industrie setzt in der Herstellung von Backwaren wieder auf Butter, anstelle von Palmöl. Deswegen gibt es derzeit eine höhere Nachfrage am Markt. Jedoch haben die heimischen Landwirte, aufgrund der extrem niedrigen Milchpreise in den vergangenen zwei Jahren, die Produktion verringert. "Ist die Nachfrage höher als das Angebot, ergibt dies in der freien Marktwirtschaft einen höheren Preis", so der Bauernbund-Präsident.

Ohne Milchpreissteigerung wäre das Bauernsterben unaufhörlich weitergegangen

Die vergangenen zwei Jahre waren für unsere heimischen Milchbauern extrem hart: "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir aus einer schweren Milchkrise kommen. Im letzten Jahr lag der Milchpreis bei existenzbedrohenden 26 Cent netto. Rund 1.000 Milchbauern mussten 2016 aufgrund der niedrigen Erzeugerpreise die Produktion einstellen", gibt Strasser zu bedenken. Jetzt bekommen die heimischen Milchbauern gut 37 Cent netto für 1 l Milch. "Diese Steigerung war dringend notwendig, sonst wäre das Bauernsterben unaufhörlich weitergegangen. Jetzt können die Betriebe wieder wirtschaften", betont der Bauernbund-Präsident.

Die mediale Panikmache sieht Strasser kritisch: "Die Butter wird uns nicht ausgehen, wie bereits zahlreiche Medien spekuliert haben. Es ist genug Butter am Markt verfügbar." Außerdem gibt der Bauernbund-Präsident zu bedenken, dass Qualität auch etwas wert sein muss. "Unsere Landwirte liefern hochqualitative Produkte, die österreichische Milchwirtschaft ist europaweit einzigartig. Wir produzieren gentechnikfrei und in höchster Qualität, das muss den Konsument(inn)en auch ein paar Cent mehr wert sein." (Schluss) - APA OTS 2017-09-13/11:57

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