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19.10.2021

Schweiz: Strengere Kennzeichnungsregeln für vegane Alternativen

Auslobung "Ich bin keine Milch" unzulässig

Bern, 19. Oktober 2021 (aiz.info). - Das eidgenössische Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat seine Leitlinien für vegane und vegetarische Alternativen aktualisiert: Negative Auslobungen sind nicht mehr zulässig. Damit dürften bei etlichen Markenprodukten die Namen geändert werden müssen. Die Handelskette Coop prüft bereits Anpassungen.

Das BLV-Informationsschreiben "Vegane und vegetarische Alternativen zu Lebensmitteln tierischer Herkunft" wurde Ende September um den Punkt "Negative Auslobungen" ergänzt. Konkret heißt es hier unter anderem: "Die Verwendung einer umschriebenen Sachbezeichnung für alternative vegetarische oder vegane Produkte ist auch in Form negativer Auslobungen nicht zulässig, wie zum Beispiel 'Ich bin keine Milch'." Und weiter: "Das Anbringen einer im Produkt nicht vorhandenen Zutat tierischer Herkunft, wie zum Beispiel 'Rind' oder 'Käse', welche auf dem Etikett dann durchgestrichen wird, ist auch nicht zulässig. Dasselbe gilt auch für Abbildungen oder Piktogramme eines Tieres."

Konsumenten dürfen nicht getäuscht werden

"Die Aufmachung, Kennzeichnung und Verpackung der Produkte und die Werbung für sie dürfen die Konsumenten nicht täuschen", stellt das BLV fest. Täuschend seien zum Beispiel Kennzeichnungen, die geeignet sind, bei den Verbrauchern falsche Vorstellungen über Herstellung, Zusammensetzung, Beschaffenheit, Produktionsart, Haltbarkeit, Produktionsland, Herkunft der Rohstoffe oder Bestandteile, besondere Wirkungen oder besonderen Wert des Produktes zu wecken. Imitationsprodukte dürften nur so gekennzeichnet und beworben werden, "dass es den Konsumenten möglich ist, die tatsächliche Art des Lebensmittels zu erkennen und es von Erzeugnissen, mit denen es verwechselt werden könnte, zu unterscheiden".

Die Verwendung einer umschriebenen Sachbezeichnung für alternative vegetarische oder vegane Produkte ist laut BLV nicht zulässig, auch wenn diese Bezeichnung mit einer Angabe versehen ist, die sich auf die pflanzliche Herkunft des Lebensmittels bezieht. Dies gilt auch für Produkte pflanzlichen Ursprungs, die Zutaten tierischer Herkunft enthalten. Daher sind Bezeichnungen wie "Vegane weiße Schokolade" oder "Vegane Mayonnaise" nicht konform und daher verboten. Zulässig wären nur Bezeichnungen wie etwa "Vegane Alternative zu Mayonnaise" oder "Veganer Butterersatz". (Schluss) kam