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16.04.2021

Schweinepest: EU unterstützt Zaunbau in Brandenburg und Sachsen

Mittlerweile 982 ASP-Fälle bei Wildschweinen in Deutschland

Brüssel/Berlin, 16. April 2021 (aiz.info). - Die EU-Kommission hat gegenüber dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin signalisiert, dass sie bereit ist, Brandenburg und Sachsen beim Zaunbau mit 9 Mio. Euro finanziell zu unterstützen, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) einzudämmen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat im Laufe dieser Woche bei weiteren Wildschweinen den amtlichen ASP-Verdacht bestätigt. Inzwischen liegt die Gesamtzahl der Fälle in Deutschland bei 982. Die Hausschweinbestände sind nach wir vor frei von der Schweinepest.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sind Zäune, die bestimmte Restriktionsgebiete abgrenzen, ein wichtiger Baustein, stellt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) fest. Der Zaunbau und die Finanzierung fallen in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte den Ländern zugesagt, sich bei der EU-Kommission für Finanzhilfen zu den Zaunbaumaßnahmen einzusetzen. Nun hat ihr Ressort bekannt gegeben, dass die Kommission signalisiert habe, auf Grundlage der angegebenen Kosten eine Finanzhilfe in Höhe von 9 Mio. Euro für Sachsen und Brandenburg zu gewähren.

Sicherheitszone an Grenze zu Polen geplant

Auch in Polen, insbesondere in der westlichen Wojewodschaft Lebus, geht die Zahl der gemeldeten Fälle bei Wildschweinen weiter stark nach oben. Insgesamt wurden heuer in dem Land bisher 1.111 Fälle gemeldet.

Beim jüngsten ASP-Krisentreffen in Brandenburg gab die Leiterin des Krisenstabs, Anna Heyer-Stuffer, die Pläne für eine Sicherheitszone auf der deutschen Seite der Grenze zu Polen bekannt. "Die Grenzländer, insbesondere Brandenburg, tragen die Hauptlast bei der Eindämmung der ASP in Deutschland und dem Ziel, die weitere Ausbreitung der Seuche nach Westen zu verhindern. Die Errichtung eines festen Zaunes entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze ist fast abgeschlossen. Gegenwärtig diskutieren wir mit dem Bund die Errichtung einer Sicherheitszone auf deutschem Boden als Alternative zu einer gemeinsamen 'Weißen Zone' mit Polen. Das gemeinsame Ziel bleibt, die Infektionsketten durch die getroffenen Maßnahmen zu unterbrechen", so Heyer-Stuffer.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts wurden im Jahr 2021 (Stand 14. April) in der EU sowie in Serbien, Moldawien und der Ukraine 398 ASP-Fälle bei Hausschweinen und 4.882 bei Wildschweinen gemeldet. (Schluss) kam