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22.07.2021

Salzburger Regierung einigt sich auf weitere Vorgehensweise bei Problemwölfen

Entnahme durch Verordnung gemäß Jagdgesetz ermöglicht

Salzburg, 22. Juli 2021 (aiz.info). - Die Koalitionspartner der Salzburger Landesregierung haben sich gestern auf die weitere Vorgehensweise zur Entnahme von Problemwölfen nach mehrfach aufgetretenen Rissen von Weidevieh geeinigt: "Wir haben Respekt vor der Diversität und Artenvielfalt der Tierwelt, aber auch großes Verständnis für die Probleme der Bauern auf den Almen, sodass wir in der Regierung Instrumente entwickeln, die beide Interessen unter einen Hut bringen", teilen Landeshauptmann Wilfried Haslauer, sein Stellvertreter Heinrich Schellhorn und der ressortzuständige Landesrat Josef Schwaiger mit.

Das bisherige Bescheidverfahren wird nun von einer Maßnahmenverordnung abgelöst. Die für die Feststellung eines Problemwolfs nötigen Voraussetzungen werden in der Verordnung klar festgelegt. Beim Auftreten eines Verdachtsfalles wird zunächst eine Rissbegutachtung durchgeführt und umgehend eine DNA-Analyse veranlasst. Danach ist zu klären, ob der Beutegreifer Herdenschutzmaßnahmen entweder überwunden hat oder diese "nicht zumutbar, nicht geeignet oder mit einem unverhältnismäßigen Kostenaufwand verbunden" waren. Das Entnahmegebiet sowie der Riss sind sachverständig zu beurteilen und festzulegen. Danach hat die Entnahme des Problemwolfs innerhalb von vier Wochen zu erfolgen. Nach einem neuerlichen Rissvorfall beginnt diese Frist erneut zu laufen - der entsprechende Zeitraum wird laufend auf der Homepage des Landes aktualisiert. Für die Unterstützung der Landwirte nach erfolgten Rissen wird das Notfallteam des Österreichzentrums Bär, Wolf, Luchs für die Durchführung von vorübergehenden Herdenschutzmaßnahmen angefordert.

Demgemäß wird für zwei Wildregionen im Pinzgau und eine im Pongau das Verfahren für die Erlassung einer entsprechenden Maßnahmenverordnung eingeleitet.

"Mir ist wichtig, diese für den ländlichen Raum wichtige Problematik gemeinsam und einvernehmlich einer Lösung für die Betroffenen zuzuführen, die aber gleichzeitig auch rechtlich hält und in der Praxis umgesetzt werden kann", schloss Haslauer.

Einigung gibt Bäuerinnen und Bauern Hoffnung

"Für uns geht damit die jahrelange Forderung in Erfüllung, das Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Für die Salzburger Bäuerinnen und Bauern ist dies ein echter Lichtblick. Damit wird auch ein Zeichen gesetzt, dass uns die Almwirtschaft im Bundesland wichtig ist und sie auch in Zukunft erhalten werden soll", so der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Salzburg, Rupert Quehenberger, in einer ersten Reaktion.

Zur neuen Vorgehensweise anhand eines Kriterienkataloges anstelle eines Bescheides, dessen Ausstellung zuletzt monatelang gedauert hat, erklärt Quehenberger: "Nun muss sich zeigen, ob dieses Verfahren auch in der Praxis funktioniert. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass dies ein gangbarer Weg zwischen dem Schutz der Natur und unserer Nutztiere ist."(Schluss)