Sie sind noch nicht eingeloggt:
25.01.2017

Riegler: Ökosozialer Weg hat sich in Österreich positiv ausgewirkt

Für die Zukunft braucht es eine wache Zivilgesellschaft

Wien, 25. Jänner 2017 (aiz.info). - Mit einem Festakt im Marmorsaal des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich (BMLFUW) wurde Dienstagabend Bilanz über "30 Jahre Ökosoziale Agrarpolitik und Marktwirtschaft" gezogen, als deren "Vordenker" Josef Riegler (Ressortchef von 1987 bis 1989) gilt.

Er war 1987 als neuer Landwirtschaftsminister angetreten, um einen stark problembehafteten Berufsstand aus seiner "völligen Erstarrung" zu führen, indem er versuchte, Liberalismus und christliche Soziallehre mit Agrar- und Umweltthemen zu verbinden. Sein Ziel sei es gewesen, die heimische Landwirtschaft leistungsfähiger zu machen, die Direktzahlungen für Betriebe in Berg- und Grenzregionen sozial gerechter zu gestalten, neue Akzente bei Qualität, Direktvermarktung und im Biolandbau zu setzen, neue Agrarhandelsbeziehungen zur EG aufzubauen sowie Maßnahmen im Bereich der Familien- und Sozialpolitik zu setzen, erklärte Riegler, was nach zähen innenpolitischen Verhandlungen schlussendlich auch gelungen sei. Nach seinem Wechsel 1989 an die Spitze der Bundes-ÖVP habe sein Nachfolger Franz Fischler diesen Weg "fulminant" weiterentwickelt und in seiner Zeit als EU-Agrarkommissar auch auf europäischer Ebene erfolgreich umgesetzt, verwies Riegler auf das Bergbauernprogramm, das Österreichische Umweltprogramm ÖPUL, den Umbau der Marktordnung und die Gründung der AMA. "30 Jahre Arbeit waren nicht vergeblich, die Saat beginnt aufzugehen", zog Riegler Bilanz. Abschließend warnte er vor "aus dem Ruder laufenden Führungspersönlichkeiten in der Welt" und mahnte aufmerksam zu sein: "Es braucht eine wache Zivilgesellschaft, die ihre Meinung vertritt, um den Weg in eine gute Zukunft nicht zu verderben."

"Die Ökosoziale Marktwirtschaft ist heute aktueller denn je, als Gegenentwurf zum protektionistischen 'Trumpismus' oder dem asiatisch-chinesischen Modell des Staatskapitalismus ohne Demokratie und Freiheit", betonte auch der amtierende Landwirtschafts- und Umweltminister, Andrä Rupprechter. Ökosozial stehe für Eigenverantwortung sowie für Anreize und die Stärkung positiver Lenkungseffekte. Das sei über Österreichs Grenzen hinaus zur globalen Agenda geworden. (Schluss) wol

  • Unser Lagerhaus © Archiv