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16.04.2019

Projekt mit regionaler Bioerzeugung erhält Green Care-Hoftafel

"WUK bio.pflanzen" qualifiziert erwerbslose Menschen für den Arbeitsmarkt

Wien, 16. April 2019 (aiz.info). - Der Verein WUK - Werkstätten- und Kulturhaus betreibt in Gänserndorf (NÖ) seit dem Jahr 2009 mit dem Projekt "WUK bio.pflanzen" den einzigen sozial-ökonomischen landwirtschaftlichen Betrieb der Region. Der sozialintegrative Green Care-Bauernhof wurde jetzt feierlich im Bereich "Beschäftigungsmöglichkeit am Bauernhof" zertifiziert.

Durch die Erzeugung und Vermarktung von Biopflanzen und -gemüse sowie die Pflege von Grünraum-, Forst- und Privatflächen können vormals langzeitarbeitslose Menschen als sogenannte Transitarbeitskräfte wieder einer sinnstiftenden Beschäftigung nachgehen. Die zeitlich befristete Mitarbeit steht Personen im erwerbsfähigen Alter und mit Hauptwohnsitz im Bezirk Gänserndorf offen. Ziel ist der Erwerb und Ausbau von Kompetenzen, welche die Chance auf eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt erhöhen.

"Unter fachlicher Anleitung und nach einer einmonatigen Einschulung sind sie Teil eines Teams, das kontrolliert biologische Pflanzen und Gemüseraritäten produziert sowie als Dienstleister für Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden in der Region tätig ist. Das schafft Selbstvertrauen und den Mut, auf dem Arbeitsmarkt wieder fix Fuß zu fassen", erklärt Christoph Trauner, Geschäftsleiter von WUK Bildung und Beratung.

Qualifizieren - Motivieren - Engagieren

"Die heimischen Betriebe sind nicht nur Arbeitsplatz der bäuerlichen Familien, sondern bieten auch Personen ohne landwirtschaftlichen Hintergrund vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, den individuellen Fähigkeiten entsprechend. Damit kann der Arbeitsort Bauernhof sowohl Lehrwerkstätte sein als auch Ausgangspunkt für die Wiederintegration in den Arbeitsmarkt", erläutert der Obmann des Vereins Green Care Österreich, Robert Fitzthum. "Die Auszeichnung mit unserer Hoftafel gibt allen Projektbeteiligten die Sicherheit eines qualitativen sozialen Angebots", so Fitzthum.

Am Betrieb "WUK bio.pflanzen" sind die vom AMS Niederösterreich vermittelten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Aufzucht und Vermarktung von Blumen, Kräutern und Gemüse nach biologischen Richtlinien auf einem Areal von rund 9.500 m2 mit einem Glashaus, drei Folientunneln sowie einer Freilandfläche eingebunden. In einer Holzwerkstatt werden zudem Nisthilfen für Vögel, Nützlingshotels, mobile Hochbeete und Weidenzäune hergestellt. "Ein weiteres Beschäftigungsfeld ist die Grünraum- und Friedhofspflege sowie die Betreuung von Naturschutzgebieten und Forstkulturen als Dienstleistung für Gemeinden, Gewerbebetriebe und Privatpersonen", so der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer (LK) NÖ, Otto Auer. "Mit diesen Green Care-Projekten werden die Berufschancen der Menschen in den ländlichen Regionen gesteigert."

"'WUK bio.pflanzen' ist der 17. landwirtschaftliche Betrieb in Niederösterreich, der als Arbeitsort die Hoftafel des Vereins Green Care Österreich erhält. Der Betrieb zeigt anschaulich, wie aktive Bauernhöfe Menschen eine sinnvolle Beschäftigung geben und durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie andere Hilfestellungen einen wesentlichen Beitrag zur Qualifizierung und zum Selbstmanagement leisten können. Ich bin der Landwirtschaftskammer, dem AMS und unserem LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf dankbar, dass sie diese wertvolle Initiative unterstützen", ergänzt der Gänserndorfer Bürgermeister René Lobner.

Kompetenzen und Stärken für den Arbeitsmarkt gewinnen

"Die Bandbreite an Tätigkeiten für die Beschäftigten, die nur befristet bei uns sind, ist so vielfältig, dass jede Altersgruppe ihren Platz findet und alle individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen berücksichtigt werden können", erläutert Ursula Königer, Betriebsleiterin von "WUK bio.pflanzen". "Sie gewinnen viele Kompetenzen und Stärken dazu, sodass jeder mit einer neuen Selbstsicherheit, Know-how und neuer Motivation hinaus auf den Arbeitsmarkt gehen kann", so Königer.

"Die Beschäftigung Jobsuchender, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben, bei 'WUK bio.pflanzen' macht doppelt Sinn: aus arbeitsmarktpolitischer Sicht und ganz besonders für die Betroffenen selbst. Die eigene Arbeit, die hier geleistet wird, trägt nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich Früchte", so der Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, Sven Hergovich. Seit der Gründung von "WUK bio.pflanzen" im Jahr 2009 waren hier 222 Personen durchschnittlich 7,3 Monate über Lohnkostenförderung des AMS beschäftigt. 36% der Teilnehmer haben zuletzt (bisherige Daten 2018) den Sprung in den ersten (regulären) Arbeitsmarkt geschafft. "Wir arbeiten gemeinsam mit der Projektleitung von 'WUK bio.pflanzen' daran, dass wir im Sinne der Betroffenen weiterhin Früchte ernten können", so der AMS NÖ-Chef. (Schluss)

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