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06.12.2019

Petschar: Kostensteigerungen belasten Molkereien und Milchbauern

Höherer Aufwand für Energie, Löhne, Fruchtzubereitungen und Verpackung

Wien, 6. Dezember 2019 (aiz.info). - Deutlich höhere Energiepreise und Löhne, erhöhte Kosten für Verpackungen und deren Entsorgung sowie Kostensteigerungen für Fruchtzubereitungen sorgen derzeit in der Milchwirtschaft für Kopfzerbrechen. "Die Ertragslage bei den Molkereien ist sehr angespannt, was die Bauernpreise in Gefahr bringt", erklärt der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, Helmut Petschar.

"Die österreichischen Molkereien sind derzeit mit einer Reihe von Kostensteigerungen konfrontiert, welche aufgrund der äußerst knappen Kalkulationen nicht mehr unterzubringen sind. Zudem stehen auf den Bauernhöfen Verschärfungen im Bio-Bereich und bei den Tierwohlstandards ins Haus, welche den Aufwand zusätzlich erhöhen. All dies bewirkt eine Steigerung der Kosten, die ohne eine faire Abgeltung bei den Verkaufspreisen zu einer Reduktion der Erzeugermilchpreise führt, zumal die österreichische Milchwirtschaft großteils genossenschaftlich organisiert ist und sich die Auszahlungspreise und damit die bäuerlichen Einkommen aus den Verkaufspreisen abzüglich der Kosten ergeben", berichtet Petschar.

Für den VÖM-Präsidenten ist es daher auch verständlich, wenn europaweit Landwirte aus Verzweiflung auf die Straße gehen und dagegen protestieren, dass Auflagen mit Mehrkosten unter dem Applaus einzelner Gruppierungen und dem Wohlwollen der gesamten Gesellschaft erhöht werden. Gleichzeitig führen die daraus resultierenden Kostensteigerungen bei den Landwirten zu Einkommenseinbußen, weil der Mehraufwand am Markt nicht abgegolten wird. "Die Macht des Handels und die Möglichkeit, Ersatzware ohne diese Standards zu importieren, lassen die Rechnung für die Milchwirtschaft nicht aufgehen", argumentiert Petschar.

"Die österreichischen Milchbauern arbeiten unter schwierigsten Bedingungen und höchsten Qualitätsstandards. Sie erbringen täglich großartige Leistungen und es darf daher keineswegs eintreten, dass aufgrund der gestiegenen Kosten in den Molkereien letztlich das Bauerneinkommen geschmälert wird. Vielmehr ist im Sinne des öffentlich vorgestellten 'Fairness-Katalogs' der Bundeswettbewerbsbehörde und der Selbstverpflichtungserklärung des Handels eine faire Abgeltung der objektiv nachweisbaren Kostensteigerungen erforderlich", betont Petschar. (Schluss)

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