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17.09.2021

Österreichische Sägeindustrie erwartet für 2021 weitere Steigerung der Produktion

Schmölzer: Wälder nachhaltig bewirtschaften statt stilllegen

Pörtschach, 17. September 2021 (aiz.info). - Anlässlich des Internationalen Holztages äußerte sich heute Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, positiv über die Situation in der Branche: "Wir erwarten für 2021 erneut eine Steigerung unserer Produktionsleistung. Bereits 2020 konnte die heimische Sägeindustrie ihre Erzeugung wie in den Vorjahren steigern, trotz der COVID-Beschränkungen." Schmölzer wies auch auf die Bedeutung einer gesicherten Rohstoffversorgung für die Sägewerke hin und sprach sich klar gegen die Außer-Nutzung-Stellung von Wäldern aus.

Im Jahr 2020 wurden in Österreich 10,6 Mio. m3 Schnittholz produziert. Auf Basis der Zahlen des ersten Halbjahres liegt die Prognose für 2021 bei einer Erzeugung von mehr als 11 Mio. m3. Für Mitteleuropa und die D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ist ein Anstieg der Produktion von 10% prognostiziert. Für Schmölzer ist dies ein klares Signal: "Unsere Branche wächst kontinuierlich und nachhaltig. Dank hoher Investitionen, effizienter Produktionsabläufe und ausreichend Rohstoff ist unsere Sägeindustrie international wettbewerbsfähig. Österreich ist als Schnittholzproduzent Nummer vier in Europa und liegt an neunter Stelle weltweit."

Holzmarkt normalisiert sich - Italien weiterhin wichtigster Markt

Georg Jung, Mitglied im Präsidium des WKO-Bundesgremiums Holzhandel, sieht eine Normalisierung am internationalen Holzmarkt. "Die Corona-Krise hat uns 2020 natürlich hart getroffen, aber die Handelsbeziehungen erholen sich und wir liegen wieder auf dem Vorkrisenniveau. Nach einem extrem dynamischen ersten Halbjahr 2021 findet der Markt wieder sein Gleichgewicht und die Lieferfristen erreichen ein gewohntes Maß", erklärte Jung. Besonders wichtig für die heimische Holz- und Sägeindustrie ist der italienische Markt. Fast die Hälfte des Schnittholzexports wird in das südliche Nachbarland geliefert, Deutschland folgt mit einem 20%-Anteil auf dem zweiten Platz.

Außer-Nutzung-Stellung von Wäldern gefährdet Rohstoffversorgung

Schmölzer verwies darauf, dass ungefähr die Hälfte der Schnittholzproduktion traditionell in Österreich verbleibt. Außerdem liegt heuer bei steigender Produktion der Export unter dem Niveau von 2019, also vor der Corona-Pandemie. Zudem werden etwa 2 Mio. m3 Nadelschnittholz importiert und weiterverarbeitet. "Das zeigt klar, unser Heimatmarkt hat Priorität und es ist unser Ziel, langjährige Kunden verlässlich zu beliefern. Wenn die Rohstoffversorgung passt, können wir die Produktion für unsere Kunden im In- und Ausland stetig ausbauen", so der Vorsitzende.

Jung und Schmölzer betonten in diesem Zusammenhang die grundlegende Bedeutung der Rohstoffversorgung für die Sägeindustrie. Diese gelinge nur mit aktiver und nachhaltiger Waldbewirtschaftung. "Waldflächen in Österreich beziehungsweise Europa großflächig der Nutzung zu entziehen, also stillzulegen, ist kontraproduktiv für den Klimaschutz und schlecht für Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze", hob Schmölzer hervor. "Wir im Holzhandel wollen unsere Kunden termingerecht und qualitativ hochwertig beliefern. Um dies gewährleisten zu können, muss die Industrie produzieren können. Dafür benötigt sie eine planbare Rohstoffversorgung aus aktiver und nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Waldflächen der forstlichen Betreuung zu entziehen, schadet mehr als es nützt", ergänzte Jung.

"Economica"-Studie zeigt Gefahr von Wertschöpfungs- und Jobverlusten auf

Schmölzer verwies dazu auf eine Studie des Forschungsinstituts "Economica". Sie kommt unter Annahme einer 10%igen Reduzierung der forstlichen Rohstoffbasis, wie sie politisch diskutiert wird, zu den folgenden Ergebnissen: Die Wertschöpfung in der Holz- und Forstwirtschaft ginge dadurch um 8,6% beziehungsweise 1 Mrd. Euro zurück. Rechnet man auch die mittelbar betroffenen Branchen hinzu, so erhöht sich das Minus auf 1,75 Mrd. Euro, was immerhin 0,5% der Wirtschaftsleistung Österreichs entspricht. Insgesamt wären 15.400 Jobs in der Forst- und Holzwirtschaft unmittelbar gefährdet, hinzu kämen weitere 10.800 Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben. Von ursprünglich knapp 8,7 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben würden im gesamten Wertschöpfungsnetzwerk nur mehr 7,9 Mrd. Euro an die Gebietskörperschaften und Sozialversicherungsträger fließen, das ist ein Minus von 800 Mio. Euro.

Die österreichische Sägeindustrie besteht aus mehr als 1.000 Betrieben. Ein Großteil davon ist seit Generationen in Familienhand und zeigt ein breites Spektrum an Unternehmen: von Weltmarktführern bis zu zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Branche beschäftigt im Inland etwa 6.000 Arbeitnehmerinnen sowie Arbeitnehmer im ländlichen Raum und generiert jährlich einen Umsatz von rund 2,4 Mrd. Euro.

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs vertritt die Interessen von fast 1.300 Unternehmen in der Bauprodukt-, Möbel-, Platten-, Säge- und Skiindustrie sowie in weiteren Holz verarbeitenden Betrieben. Die Unternehmen der Holzindustrie erwirtschaften mit rund 28.000 Beschäftigten einen Umsatz von 8 Mrd. Euro und einen Außenhandelsüberschuss von 981 Mio. Euro. Entlang der Wertschöpfungskette Forst- und Holzwirtschaft sind mehr als 300.000 Menschen beschäftigt. (Schluss)