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24.09.2021

Mykotoxin-Monitoring bei Mais: Ergebnisse ab sofort unter warndienst.lko.at abrufbar

Experten: Rechtzeitiges Erkennen einer drohenden Belastung sehr wichtig

Wien, 24. September 2021 (aiz.info). - Um über eine drohende Mykotoxin-Belastung zu informieren, führen die Landwirtschaftskammern in Kooperation mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) auch in diesem Jahr (das sechste Jahr in Folge) im Rahmen des Projektes "Pflanzenschutz-Warndienst" das Vorernte-Monitoring für Mykotoxine an insgesamt 32 Standorten in den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark durch. Seit 2018 führen in Kooperation mit LKn und AGES auch die Kollegen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ein Vorernte-Monitoring durch. Die nach Reifegruppen unterteilten Prüfsortimente umfassten je nach Jahr und Standort etwa 20 bis 36 Sorten. Alle Ergebnisse sind bereits auf der Monitoringkarte unter https://warndienst.lko.at/mykotoxine+2500++1074092+6632 abrufbar.

In Österreich wird Mais hauptsächlich durch Fusarium-Pilzarten mit Mykotoxinen kontaminiert. Mykotoxine sind Giftstoffe. Es handelt sich dabei um sekundäre Stoffwechselprodukte verschiedener Pilzarten, welche die Qualität und Verwendbarkeit des Ernteguts stark beeinträchtigen können. Pilzauftreten und Schädigungsausmaß durch Mykotoxine sind stark witterungsabhängig. Ausschlaggebend ist daher die rechtzeitige Kenntnis einer drohenden Belastung. Im Vorernte-Monitoring werden die Mykotoxine Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA), Fumonisine (FUM) und Aflatoxine (AFLA) bei Körnermais erfasst.

Wahl des Erntezeitpunktes spielt entscheidende Rolle

Für den Landwirt spielt neben der Sortenwahl, Fruchtfolge und der Bodenbearbeitung die Wahl des Erntezeitpunktes - insbesondere bei feuchter Herbstwitterung - eine entscheidende Rolle für die Vermeidung oder den Aufbau einer zunehmenden Mykotoxin-Belastung im Erntegut. Hagelschlag oder Befall von Maiszünsler können die Mykotoxin-Anreicherung im Kolben noch deutlich beschleunigen. Durch die regional/lokal differenzierte, frühzeitige Ausweisung der Belastungssituation hat der Landwirt eher die Möglichkeit, mit einem angepassten Erntetermin ein höheres Mykotoxin-Risiko abzuwenden.

Die zweite Beprobung der Maiskolben findet am 4. Oktober 2021 statt, die Ergebnisse sind am 8. Oktober, beim Pflanzenschutz-Warndienst abrufbar. "Mit diesem Service der Landwirtschaftskammern und der AGES werden bäuerliche Betriebe rechtzeitig darauf hingewiesen, auf ihre Maisfelder zu achten und zeitnah zu handeln", betont Vitore Shala-Mayrhofer, Projektleiterin und Initiatorin des Mykotoxin-Vorernte-Monitorings. (Schluss)