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13.09.2017

Moosbrugger: Laute Panik im Butterfass ist nicht angesagt

Milchbauern und Molkereien werden weiterhin verlässlich das Gewünschte liefern

Wien, 13. September 2017 (aiz.info). - "Die Sorgen über den deutlichen Preisanstieg bei Butter im Großhandel muss man im direkten Zusammenhang mit den mehrere Jahre anhaltenden Tiefpreisen sehen, die nicht den Normalzustand am Markt widerspiegelten. Wie negativ diese Tiefpreisphase war, zeigt sich in der Tatsache, dass fast 10% der Milchbauern in vielen EU-Regionen in den letzten Jahren die Erzeugung einstellen mussten. Nun hat sich der Markt nach sehr schwierigen Jahren wieder Richtung Normalität gedreht. Es gibt heute keinen objektiven Grund für laute Panik im Butterfass. Denn jetzt ist die Rückkehr zur Normalität am Markt angesagt", erklärte Josef Moosbrugger, Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg, im Vorfeld der Milchwirtschaftlichen Tage.

Milchprodukte und Eier als Preisdämpfer

Milchprodukte und Eier waren in den letzten zehn Jahren im Warenkorb die Preisdämpfer schlechthin. Sie wiesen unterdurchschnittliche Steigerungsraten im Verbraucherpreisindex (VPI 1986) auf. Gemäß VPI der Statistik Austria sind seit damals die VPI-Gruppen Wohnen-Wasser-Energie um 170,4% gestiegen, Lebensmittel insgesamt um 74,5%, die Tariflöhne um 144%, Molkereiprodukte und Eier dagegen nur um 44,5%.

"Der jetzige Preisanstieg hat triftige Gründe: die Überschüsse auf dem EU-Markt sind Vergangenheit, die Verdrängung von Butter durch Palmöl in manchen Lebensmitteln ist EU-weit rückläufig, und auch global haben die Milchpreise deutlich angezogen. Egal, ob in den USA, Russland oder Neuseeland, man wird Butter und Milchpulver heute kaum irgendwo billiger finden. Der Selbstversorgungsgrad bei Milch in Österreich geht Richtung 170%, die Milchanlieferung liegt seit März 2017 über den Vorjahren, Österreichs Molkereien werden sich sicher nach den Bedürfnissen von Verbrauchern und Lebensmittelhandel ausrichten", so Moosbrugger weiter.

Jahrelange Tiefstpreise: Milchbauern mussten aufgeben

"Die jahrelangen ruinösen Tiefstpreise bei Milch und Milcherzeugnissen haben fast ein Zehntel der Milchbauern in vielen EU-Regionen zum Aufhören gebracht, öffentliche Aufregung darüber gab es so gut wie keine. Heute gibt es Flugzettel zur Butterknappheit. Das könnte man leicht als Anlauf zur strategischen Hereinnahme ausländischer Butterlieferanten deuten. Österreichs Milchbauern und Molkereien werden jedenfalls weiterhin von Spezialitäten bis zum Basisprodukt alles liefern. Die RollAMA-Auswertung über das Einkaufsverhalten zeigt, dass gerade die preislich teureren Spitzenqualitäten, wie Biobutter, im Jahr 2016 um 5% an Absatzmenge zugelegt haben. Butter ist ein hochwertiges Lebensmittel, ich danke allen Verbrauchern, die zu Qualität aus Österreich stehen", so Moosbrugger abschließend. (Schluss) - APA OTS 2017-09-13/11:46

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