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08.02.2019

Milchmarkt: GlobalDairyTrade-Index überraschend stark gestiegen

Notierungen für Kasein und Vollmilchpulver legten am deutlichsten zu

Auckland, 8. Februar 2019 (aiz.info). - Der Anstieg der Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade hat sich bei der jüngsten Auktion in dieser Woche fortgesetzt, und er ist überraschend hoch ausgefallen. Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, legte gegenüber dem vorhergehenden Event um 6,7% zu. Mit Ausnahme von Buttermilchpulver tendierten die Kurse für alle anderen Produkte deutlich nach oben, der höchste Anstieg wurde bei Vollmilchpulver und Kasein verzeichnet. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt.

Konkret stieg bei der jüngsten GDT-Auktion der Index für wasserfreies Milchfett (AMF) im Mittel um 5,8% auf 5.579 USD/t. Butter wurde gegenüber dem vorangegangenen Event um 4,2% höher bewertet, die Notierung stieg im Schnitt auf 4.445 USD/t. Bei Cheddar-Käse wurde mit 3.565 USD/t ein Plus von 1,4% erzielt und bei Laktose stieg der Index um 1,3% auf 1.035 USD/t. Kasein verzeichnete mit 5.596 USD/t den höchsten Kursanstieg (+10,9%).

Auch im Pulverbereich setzte sich die positive Preisentwicklung fort. Bei Vollmilchpulver, dem Leitprodukt dieser Auktion, wurden Kursaufschläge um 8,4% auf durchschnittlich 3.027 USD/t erreicht und bei Magermilchpulver konnte mit durchschnittlich 2.534 USD/t ein Plus von 3,9% verzeichnet werden.

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 23.326 t verkauft, damit war die Menge deutlich geringer als bei der vorhergehenden Auktion (27.909 t). Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der teilnehmenden Bieter von 191 auf 177.

Geringeres Angebot wirkte sich aus

Der deutliche Anstieg des GDT-Index hat zahlreiche Analysten überrascht, manche von ihnen hatten eher ein kleines Minus erwartet. Vor allem bei Vollmilchpulver war man nicht von einem derart hohen Zuwachs ausgegangen. Robert Gibson, Experte der neuseeländischen NZX-Börse, führt die höheren Preise auf das spürbar geringere Angebot (-16%) und auf die anhaltend gute Nachfrage aus Asien zurück. Nathan Penny von der ASB-Bank vermutet, dass die aktuelle Hitzewelle in Neuseeland die Produktionserwartungen im Milchbereich gedämpft hat. Nunmehr dürfte der Anstieg der Molkereianlieferung geringer ausfallen als noch vor einigen Wochen erwartet. Interessant ist laut Experten auch, dass Magermilchpulver am EU-Binnenmarkt und auf den internationalen Märkten stärker notiert als zuletzt, obwohl große Mengen aus der Intervention ausgelagert wurden.

Kieler Rohstoffwert Milch stieg im Jänner auf 32,2 Cent

Auch der Kieler Rohstoffwert Milch konnte zuletzt wieder zulegen. Der aus den Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver ermittelte Wert stieg im Jänner 2019 um 1,5 Cent auf 32,2 Cent je kg Milch, wie das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) mitteilt.

Die Erlöse für Butter verbesserten sich im Schnitt um 0,6% auf 458 Euro/100 kg. Die Notierungen für Magermilchpulver stiegen deutlicher, sie erhöhten sich im Mittel um 8,4% auf 175 Euro/100 kg. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat (Jänner 2018) erhöhte sich der Rohstoffwert um 3 Cent.

Der monatlich vom ife-Institut in Kiel ermittelte Rohstoffwert gilt für Rohmilch mit 4,0% Fett, 3,4% Eiweiß, ab Hof des Milcherzeugers und ohne Mehrwertsteuer. Berechnungsbasis sind die Bruttoerlöse, abgeleitet aus den durchschnittlichen Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver, ohne Berücksichtigung langfristiger Kontrakte, auf Basis der Notierungen der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, er gilt aber als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung bei Milchprodukten in Deutschland und Europa. (Schluss) kam

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