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13.03.2019

Londoner Regierung sieht hohe Agrarzölle im Fall eines "No Deal"-Brexits vor

Vorkehrungen für die verschiedensten Eventualitäten werden getroffen

London/Brüssel, 13. März 2019 (aiz.info). - Mit der Abstimmungsniederlage von Premierministerin Theresa May sind die Risiken eines Austritts ohne Vertrag wieder gestiegen. Die Regierung in London plant hohe Agrarzölle für den Fall eines "No Deal". Vor allem Rindfleisch und Geflügel aus der EU wollen die Briten mit Einfuhrzöllen belasten, um ihre Landwirte zu schützen. "Die Zustimmung zu einem Vertrag bleibt unsere erste Priorität", betonte der britische Handelsminister George Hollingbery. Aber man müsse sich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Im britischen Plan für den "No Deal" soll es für 16% der EU-Erzeugnisse Einfuhrzölle geben, vor allem für Autos und Agrarprodukte. Dagegen werden aus anderen Drittländern 92% der Erzeugnisse ohne Abgaben ins Vereinigte Königreich eingeführt. Der Einfuhrzoll für Rindfleisch aus der EU soll 53% des Normalzolls betragen. Das sind für Rindfleisch 12,8% plus 176,80 Euro/100kg. Für Geflügel sind 60% des Normalzolls vorgesehen, für Schweinefleisch 13%, für Butter 32% und für cheddarähnlichen Käse 13%. Die irische Grenze soll offen bleiben. Verzollt werden nach dem vorläufigen Plan der Regierung in London nur Lieferungen aus der EU nach Großbritannien.

Heute Abend wird sich das britische Parlament wahrscheinlich gegen den "No Deal" aussprechen. Am Donnerstag steht dann eine Abstimmung über die Verschiebung des Brexits an. Offen ist die zeitliche Länge des Aufschubs. Außerdem will die EU einer Verschiebung nur mit Aussicht auf ein Ende der Blockade im britischen Parlament zustimmen. Sollte es am Schluss doch noch auf ein Abkommen für den Brexit hinauslaufen, bleiben zollfreie Agrarexporte aus der EU zumindest bis Ende 2020 möglich. Für die Zeit danach soll ein Freihandelsabkommen ausgehandelt werden. (Schluss) mö

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