Sie sind noch nicht eingeloggt:
21.07.2021

Landwirtschaftsministerin Köstinger: Neuer Meilenstein für mehr Tierwohl

Zeitgemäße Richtlinien für AMA-Gütesiegel "Schweinefleisch" beschlossen

Wien, 21. Juli 2021 (aiz.info). - "Die Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels im Schweinefleischbereich ist der nächste große Schritt für mehr Tierwohl in den heimischen Ställen. Mit den neuen Stufenplänen erreichen wir eine nachhaltige Änderung der Produktion und Verbesserungen bei Tiergesundheit und Fütterung sowie mehr Platz für die Tiere. Das Ziel ist, dass wir mehr Tierwohl auf den heimischen Betrieben erreichen und gleichzeitig die Mehrkosten für die Produktion abgegolten werden", erklärt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Ab 2022 sollen bei der AMA-Gütesiegelrichtlinie "Haltung von Schweinen" höhere Anforderungen gelten, wie die österreichische Schweinebranche gemeinsam mit den Vertretern der nachgelagerten Wertschöpfungsstufen im zuständigen Fachgremium der AMA beschlossen hat. Durch den Maßnahmenplan soll mittel- bis langfristig eine Änderung der Produktion und langfristig die Weiterentwicklung der Schweinehaltung hin zu mehr Tierwohl und Unabhängigkeit von Soja-Importen erreicht werden.

"Die neuen Richtlinien für das AMA-Gütesiegel im Bereich Schweinefleischproduktion beweisen einmal mehr, dass Österreich zu den Vorreitern bei Tierwohlstandards gehört und laufend Verbesserungen vorantreibt. Klar ist, dass solche Umstellungen nur gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern möglich sind. In weiterer Folge ist es entscheidend, dass die Konsumentinnen und Konsumenten auch bereit sind, höhere Preise für höhere Qualität, für mehr Tierwohl und höchste Standards zu bezahlen", betont Köstinger.

Es liege auch am Lebensmitteleinzelhandel mit seiner Versorgungsleistung und dem direkten Kontakt zu den Konsumenten, hier eine zentrale Aufgabe einzunehmen. "Es war ein zähes Ringen, dass sich der Lebensmittelhandel auf diese neuen Rahmenbedingungen eingelassen hat. Aber mehr Tierwohl und Soja aus gentechnikfreiem, nachhaltigen Anbau für die Fütterung kostet mehr Geld. Faire Preise für die bäuerlichen Betriebe sind notwendig. Die Zusage des Lebensmittelhandels darf kein Lippenbekenntnis sein. Darauf werden wir achten", stellt Köstinger klar.

Masterplan-Eckpunkte

Ab sofort wird ein zusätzliches, freiwilliges Moduls in die Richtlinie "Mehr Tierwohl" mit 100% mehr Platz im Stall aufgenommen. Ein Modul mit 60% mehr Platz gibt es bereits seit einigen Jahren. Bei beiden Systemen sind zusätzlich eingestreute Liegeflächen vorgeschrieben. Bis 2030 sollen insgesamt 1 Mio. Mastschweine in biologischer Haltung oder über die freiwilligen AMA-Gütesiegel-Module "Mehr Tierwohl" produziert werden. Bis Ende 2026 soll die vollständige Einbindung der Zuchtsauen- und Aufzuchtbetriebe folgen. Darüber hinaus sollen bis 2030 die Importe von Übersee-Soja um 50% reduziert und in den Tierwohl-Modulen die Gentechnik-Freiheit vorrangig berücksichtigt werden. Bis Ende 2032 sollen alle Schweinemastbetriebe im AMA-Gütesiegel-Programm "Mehr Tierwohl" ohne Vollspaltenböden auskommen. (Schluss)