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14.01.2020

Landjugend: Klimakrise ist eine reale existenzielle Bedrohung für heimische Bauern

Gemeinsame Kampagne mit Klimavolksbegehren vorgestellt

Wien, 14. Jänner 2020 (aiz.info). - Während in Australien Waldflächen in der Größe von Österreich verbrennen, sind die Folgen der Klimakrise auch bei uns schon lange spürbar. Extremwetterereignisse, Dürren, Murenabgänge und Lawinen betreffen besonders den ländlichen Raum. Das bedeutet zunehmende Schwierigkeiten in der heimischen Landwirtschaft. 2019 war der wärmste April seit 1800, der in der Landwirtschaft zu einem trockenheitsbedingten Gesamtschaden von 230 Mio. Euro geführt hat. Daher setzt sich auch die Österreichische Landjugend, die größte Jugendorganisation im ländlichen Raum, aktiv für den Klimaschutz ein und stellt ihre gemeinsame Kampagne mit dem Volksbegehren vor.

Klimaschutz muss Priorität in der Politik haben

"Für die österreichische Bauernschaft bedeutet die Klimakrise eine reale existenzielle Bedrohung. Junge Menschen im ländlichen Raum können immer weniger von der Landwirtschaft leben. Und das in einer Zeit, in der die regionale und nachhaltige Versorgung mit heimischen Produkten ein Schlüssel zur Bekämpfung der Klimakrise wäre. Doch wir können einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dazu braucht es aber eine größere Wertschätzung auch im Hinblick auf Kostenwahrheit. Der Klimaschutz muss endlich Priorität in der Politik haben. Nur so können wir das schützen, was uns lieb ist: unsere Berge, unsere Felder und unsere Wälder. Deshalb unterstützen wir das Klimavolksbegehren mit einer eigenen Kampagne. Niemand kann die größte Herausforderung unserer Zeit allein lösen, weshalb beim Klimavolksbegehren viele unterschiedlichste Organisationen an einem Strang ziehen, um gemeinsam etwas zu verändern. Wir haben es in der Hand, unsere Zukunft mitzugestalten, denn der Klimawandel geht uns alle etwas an. Die Bewusstseinsbildung der Jugendlichen ist dabei essenziell. Die Landjugend geht mit dieser Kampagne mutig voran", bekräftigt Landjugend-Bundesleiter Martin Kubli.

Gerade der ländliche Raum ist ein Schlüssel zur Bewältigung der Klimakrise. Der breite Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel könnte vielen Menschen ermöglichen, klimafreundlich unterwegs zu sein. Innovative Projekte in der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft können sowohl zum Klimaschutz als auch zur Sicherung der heimischen Lebensmittelversorgung beitragen. Die Landjugend schließt sich deswegen dem gemeinsamen Weg an, die österreichische Klimapolitik zum europäischen Vorzeigemodell zu machen.

Regierung muss vom Reden ins Tun kommen

Die neue Bundesregierung hat in ihrem Programm erste wichtige Weichen für eine ambitionierte Klimapolitik gelegt. Allerdings wird der Erfolg nicht an Versprechen, sondern an Taten gemessen werden. Man werde der Regierung besonders bei der Umsetzung der ökosozialen Steuer- und Abgabenreform auf die Finger schauen, betont Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Volksbegehrens. Nur durch einen baldigen Abbau schädlicher Förderungen, einer fairen Bepreisung von klimaschädlichen Gasen und dem gleichzeitigen sozialen Ausgleich kann das Ziel der Regierung, bis 2040 klimaneutral zu werden, erreicht werden.

"Mit dem Druck der Zivilbevölkerung hat der Klimaschutz endlich den Stellenwert bekommen, den er verdient. Wir sehen das aber auch als klaren Auftrag, hartnäckig zu bleiben, denn die Regierung muss nun schnell vom Reden ins Tun kommen. Es braucht im ersten Schritt konkrete, verbindliche Zeitläufe zur Umsetzung sowie Budgets. Dazu gehören eine umfassende Mobilitäts- und Energiewende, um jedem ein klimafreundliches Leben zu ermöglichen, aber auch eine rasche Weichenstellung hin zur Preiswahrheit mit einer umfassenden Steuerreform. Es freut mich besonders, dass die Landjugend als Vertreter des jungen, ländlichen Raumes uns auf diesem Weg unterstützt", schließt Rogenhofer. (Schluss)

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