Sie sind noch nicht eingeloggt:
03.12.2019

LBG informiert: Steuererleichterungen bei Ausschüttungen aus Agrargemeinschaften

Steuerfreigrenze auf 4.000 Euro erhöht, Rückerstattung für 2019 möglich

Wien, 3. Dezember 2019 (aiz.info). - Agrargemeinschaften sind in der Regel Körperschaften öffentlichen Rechts, deren Zweck die gemeinschaftliche Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken ist. Mit dem Steuerreformgesetz 2020 wurde die in den Einkommensteuerrichtlinien vorgesehene Freigrenze für Ausschüttungen von Agrargemeinschaften an ihre Mitglieder im Einkommensteuergesetz geregelt und der steuerfrei ausschüttbare Betrag von 2.000 auf 4.000 Euro pro Mitglied und Kalenderjahr erhöht. Diese Verdoppelung trat mit 30. Oktober 2019 in Kraft und wurde vom Nationalrat mit der Änderung der klimatischen Verhältnisse begründet. Unklar war bislang noch, ob die neue Freigrenze auch auf Ausschüttungen anwendbar ist, die vor diesem Stichtag im Kalenderjahr 2019 erfolgten.

BMF stellt klar: Erhöhte Steuerfreigrenze bezieht sich auf das gesamte Jahr 2019

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat zu dieser für die Praxis wichtigen Frage jüngst Stellung genommen und kommt zum Ergebnis, dass sich die erhöhte Steuerfreigrenze von 4.000 Euro/Mitglied auf das ganze Kalenderjahr 2019 bezieht. Es ist daher irrelevant, zu welchem Zeitpunkt im Jahr 2019 die Ausschüttung erfolgt.

Was bedeutet das für 2019 bereits abgeführte Kapitalertragsteuern?

Agrargemeinschaften sind verpflichtet, für Ausschüttungen an ihre Mitglieder im Jahr 2019 bis spätestens 7. Jänner 2020 die Kapitalertragsteuer (KESt) in der Höhe von 27,5% an das jeweils zuständige Finanzamt abzuführen. Die Rückerstattung einer allenfalls vor dem 30. Oktober 2019 einbehaltenen KESt kann nach Ansicht des BMF, soweit die Freigrenze von 4.000 Euro je Mitglied nicht überschritten worden ist, beim zuständigen Finanzamt für das Jahr 2019 beantragt werden.

Die LBG empfiehlt Agrargemeinschaften, im Jahr 2019 getätigte Ausschüttungen hinsichtlich der abgeführten Kapitalertragsteuer in Hinblick auf die neue Freigrenze zu prüfen und die Rückerstattung einer allenfalls vor dem 30. Oktober 2019 einbehaltenen KESt - soweit die Freigrenze von 4.000 Euro nicht überschritten worden ist - beim zuständigen Finanzamt gemäß § 240 Abs. 3 BAO zu beantragen. (Schluss)

  • Unser Lagerhaus © Archiv