Sie sind noch nicht eingeloggt:
03.05.2021

Konzentrationsprozess in deutscher Schlachthofbranche setzt sich fort

Im Jahr 2020 wurden weniger Schweine geschlachtet

Berlin, 3. Mai 2021 (aiz.info). - Die Corona-Pandemie, die Afrikanische Schweinepest (ASP) und der Verlust von Drittlandexporten haben der deutschen Schweinebranche im Jahr 2020 arg zugesetzt. In der Schlachthofbranche setzte sich die Entwicklung der vergangenen Jahre weiter fort: Immer weniger Schlachtbetriebe konkurrierten um eine abnehmende Zahl an deutschen Schweinen. Als Reaktion darauf sichern sie sich die benötigten Mengen immer häufiger durch feste Lieferverträge. Dies geht laut "Agra Europe" aus dem Schlachthof-Ranking der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), hervor.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes Destatis sanken im Jahr 2020 die Schweineschlachtungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 3,5% auf 53,28 Mio. Tiere. Die produzierte Menge an Schweinefleisch verringerte sich um 2,4% auf 5,1 Mio. t. Bei den Top Ten der Branche war das Schlachtaufkommen jedoch nur um 1,4% auf 43,77 Mio. Schweine rückläufig. Deren aggregierter Marktanteil an allen Schlachtungen nahm deshalb von 80% im Jahr 2019 auf zuletzt 82% zu. Mit Ausnahme von Danish Crown konnten die anderen neun Großschlachter ihre Marktposition stärken.

Der mit Abstand größte Schweineschlachtbetrieb in Deutschland ist die Tönnies-Gruppe. Das Unternehmen stand, wie berichtet, im vergangenen Jahr durch Corona-Fälle bei Mitarbeitern und Werksschließungen im Fokus der medialen Öffentlichkeit. Die Schweineschlachtungen von Tönnies gingen um 2,4% auf 16,30 Mio. Stück zurück, gleichzeitig stieg der Marktanteil gegenüber 2019 um 0,3 Prozentpunkte auf 30,6%. Auf dem zweiten Platz folgte Vion mit stabilen 7,60 Mio. geschlachteten Schweinen und einem Marktanteil von 14,3%.

Rang drei belegte das Unternehmen Westfleisch mit einem Schlachtaufkommen von 7,47 Mio. Tieren (-3%) und einem Marktanteil von 14%. Danish Crown verarbeitete 3,10 Mio. Schweine, was einem Rückgang von 6,6% entspricht, und landete mit einem Anteil von 5,8% auf dem vierten Platz. Die Müller-Gruppe verzeichnete mit 2,10 Mio. Schweinen ein stabiles Schlachtvolumen und sicherte sich mit einem Marktanteil von 3,9% Platz fünf im Ranking. (Schluss)