Sie sind noch nicht eingeloggt:
12.08.2019

Klöckner zu Klimaschutz: Ohne produktive Landwirtschaft keine Welternährung

Agrarsektor verursacht relativ geringen Anteil der Treibhausgase

Berlin, 12. August 2019 (aiz.info). - "Die Ergebnisse des IPCC-Berichts bestärken uns in unserem Weg, Landwirtschaft, Landnutzung und die Forstwirtschaft noch nachhaltiger zu gestalten. Ein behutsamer Umgang mit den Ressourcen geht uns alle an." Dies stellt die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zum Sonderbericht des Weltklimarates fest. Der Agrarsektor sei sich seiner Verantwortung in Bezug auf Klimaschutz bewusst, er verursache aber nur einen relativ geringen Anteil der Treibhausgase, so Klöckner. "Zur Wahrheit gehört ebenso, dass wir auf eine produktive Landwirtschaft angewiesen sind, deren Ernten Milliarden ernähren müssen: Weltweit hungern mehr als 800 Mio. Menschen, weitere 2 Mrd. sind mangelernährt. Wir müssen daher Ressourcen- und Klimaschutz mit Ertrags- und Erntesicherung zusammenbringen. Dabei kann uns weltweit das Potenzial der Digitalisierung, der Präzisierung und Früherkennung helfen", betont die Ministerin.

Emissionen aus der Landwirtschaft spürbar gesunken

Klöckner verweist darauf, dass in Deutschland der Energiesektor 34% der gesamten Treibhausgasemissionen verursacht, die Industrie kommt auf einen Anteil von 23%, der Verkehr auf 19%, die Haushalte auf 9% und die Landwirtschaft nur auf 7%. "Die jährlichen Emissionen aus der Landwirtschaft sanken zwischen 1990 und 2018 um 18 Mio. t CO2-Äquivalente. Bis 2020 werden sie voraussichtlich um weitere 1 bis 2 Mio. t sinken, dies entspricht einer Reduzierung von über 20% gegenüber 1990", unterstreicht die Ressortchefin.

Die Land- und Forstwirtschaft sei nicht nur ein Verursacher von Treibhausgasen, sondern vor allem auch ein "Lösungsbringer" beim Klimawandel. "Böden und Wälder sind effektive Treibhausgassenken, weltweit binden sie knapp ein Drittel der Kohlendioxid-Emissionen. Hierzulande führt die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu einer Verringerung der Emission um 14%. Auch den Boden als Kohlenstoffspeicher müssen wir schützen und sein Speicherpotenzial ausbauen. Diese Punkte sind zentrale Bausteine unserer Klimaschutzmaßnahmen. Zudem geht es um ein schnelles, groß angelegtes und nachhaltiges Aufforstungsprogramm für unsere heimischen Wälder", unterstreicht Klöckner.

Zahlreiche Maßnahmen gesetzt

Auf europäischer und nationaler Ebene würden bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um den Agrarsektor noch klimafreundlicher zu machen, so die Ministerin. Sie trete dafür ein, bei der Reform der Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) für die nächste Förderperiode Mindestumweltstandards festzulegen, an die sich alle Mitgliedstaaten bei der Bewirtschaftung halten müssen. Wer mehr für den Umwelt- und Klimaschutz leiste, müsse dafür auch entlohnt werden. Noch in diesem Jahr werde sie eine nationale Ackerbaustrategie vorstellen, dabei solle der Beitrag der Pflanzenproduktion zum Klimaschutz weiter ausgebaut werden.

Als Beispiele für Klimaschutzmaßnahmen im Agrarbereich nennt Klöckner unter anderem den forcierten Einsatz von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen, Emissionsminderungen in der Tierhaltung, die Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Fläche, die Senkung der Stickstoffüberschüsse durch Änderungen in der Düngegesetzgebung, weiters die Erhöhung der Energieeffizienz, die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sowie die forcierte Holzverwendung, den gezielten Humusaufbau im Ackerland und die Erhaltung von Dauergrünland. Als wichtige Maßnahme erachtet die Ressortchefin auch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. (Schluss)

  • Unser Lagerhaus © Archiv