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06.12.2017

Internationaler Milchmarkt: GlobalDairyTrade-Index kann leicht zulegen

Notierung für Butter stark rückläufig - Milchpulver im Plus

Auckland, 6. Dezember 2017 (aiz.info). - Nach vier Auktionen mit negativen Ergebnissen konnte beim gestrigen Event an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) wieder ein leichtes Plus verzeichnet werden. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, stieg um 0,4%. Die Preise tendierten aber unterschiedlich: Während sich bei Butter der Abwärtstrend fortsetzte, wurde Milchpulver gegenüber dem vorangegangenen Event höher bewertet.

Der stärkste Preisrückgang wurde bei Butter mit -11,1% registriert. Mitte September hatte bei diesem Produkt der GDT-Index einen Höchstwert von 6.026 USD/t erreicht, seither gaben die Kurse deutlich nach und hielten gestern im Schnitt bei 4.575 USD/t. Auch die Preise für wasserfreies Milchfett (Butteröl) gaben bei der gestrigen Auktion gegenüber dem vorhergehenden GDT-Event nach, allerdings nur um 0,6% auf 6.836 USD/t. Der Index für Cheddar-Käse sank um 3,9% auf 3.696 USD/t. Gleichzeitig konnte die Notierung für Buttermilchpulver um 4,3% auf 1.957 USD/t zulegen.

Bemerkenswert war die Entwicklung im Pulverbereich: Vollmilchpulver, das Leitprodukt bei dieser Auktion mit einem Anteil von über 50%, konnte den Anfang Oktober einsetzenden Negativtrend unterbrechen und verzeichnete ein Plus von 1,7% auf 2.830 USD/t. Auch Magermilchpulver, dessen Notierungen bei dieser Auktion seit Juli kontinuierlich sinken, konnte gestern wieder zulegen, und zwar um 4,7% auf 1.774 USD/t.

Geringeres Angebot wirkte sich aus

Insgesamt wurden bei diesem Event Molkereiprodukte im Umfang von 29.514 t gehandelt und damit deutlich weniger als bei der vorhergehenden Auktion (35.042 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter blieb mit 160 gleich.

Das geringere Angebot dürfte nach Ansicht mehrerer Analysten auch der Hauptgrund für die insgesamt positive Preistendenz bei der jüngsten GDT-Auktion gewesen sein. Amy Castleton, Expertin des neuseeländischen Marktbeobachters AgriHQ, verweist darauf, dass diesmal um 20% weniger Vollmilchpulver offeriert wurde. Dagegen sei der Preisrückgang bei Butter etwas höher als erwartet ausgefallen, wird betont.

Kieler Rohstoffwert gibt deutlich nach

Sinkende Erlöse für Butter sorgten jetzt auch für einen deutlichen Rückgang des Kieler Rohstoffwerts. Er verringerte sich im November 2017 um 15,3% auf 33,3 Cent/kg Milch, berichtet die "Agrarzeitung" online. Zwischen Mai und September 2017 war dieser Wert kontinuierlich von 33,2 auf 42,1 Cent gestiegen, im Oktober gab er dann wieder auf 39,3 Cent nach.

Der Hauptgrund für den deutlichen Rückgang des Rohstoffwerts im November die Reduzierung der Preise für Butter, teilt das Institut für Ernährungswirtschaft Kiel, das diesen Wert jeden Monat berechnet, mit. Im Schnitt verringerten sich die Butterpreise um 17,5% auf 541,9 Euro/100 kg. Die Kurse für Magermilchpulver gaben im November ebenfalls nach, sie sanken um 4,5% auf 143,7 Euro/100 kg.

Berechnungsbasis für den Kieler Rohstoffwert sind bekanntlich die durchschnittlichen Marktpreise für Butter sowie für Magermilchpulver, ohne Berücksichtigung langfristiger Kontrakte. Der Rohstoffwert gibt also nicht den Auszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, er gilt aber als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung bei Milchprodukten in Deutschland und Europa. (Schluss) kam

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