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05.08.2020

Internationaler Milchmarkt: GlobalDairyTrade-Index gibt deutlich nach

Notierung für Vollmilchpulver sinkt um 7,5%

Auckland, 5. August 2020 (aiz.info). - An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade tendierten die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte beim gestrigen Event deutlich nach unten. Am stärksten gaben die Kurse für Vollmilchpulver mit einem Minus von 7,5% nach. Aber auch Butter, Cheddar-Käse und Magermilchpulver verzeichnen spürbare Rückgänge. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 5,1%. Bei der Auktion Anfang Juli hatte der Index noch überraschend stark (+8,3%) zugelegt. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt.

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) stieg beim gestrigen Event um 3% auf 3.994 USD/t. Bei Laktose erhöhte sich der Index im Mittel um 5,7% auf 1.349 USD/t. Dem gegenüber kam es bei Butter zu einem Rückgang um 2,8% auf 3.438 USD/t. Die Kurse für Buttermilchpulver verringerten sich gestern um 6,5% auf durchschnittlich 2.259 USD/t. Auch Cheddar-Käse wurde diesmal niedriger bewertet, der Index sank um 5,3% auf 3.568 USD/t.

Milchpulverkurse deutlich im Minus

Deutlich negativ tendierten gestern auch die Kurse für Milchpulver: Der Index für Magermilchpulver gab um 4,6% auf 2.583 USD/t nach. Die mittlere Notierung für Vollmilchpulver, das Leitprodukt dieser Auktion, verringerte sich um 7,5% auf einen mittleren Wert von 3.003 USD/t. Anfang Juli hatte der Kurs noch überraschend stark um 14% zugelegt.

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 32.696 t verkauft, damit lag die Menge deutlich über dem Niveau der vorhergehenden Auktion (23.995 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter war mit 164 relativ stabil.

Analysten sehen Pendelbewegung

Die meisten Analysten zeigen sich vom deutlichen Index-Rückgang wenig überrascht. Nach dem starken Index-Anstieg vor einem Monat seien die Kurse jetzt wieder zurückgependelt, betont etwa Chris Tennent-Brown, Agrarexperte der neuseeländischen ASB Bank. Dies gelte insbesondere auch für die Notierungen für Vollmilchpulver. Darüber hinaus sei das Angebot diesmal relativ hoch ausgefallen. Gleichzeitig hätten sich die Käufer, vor allem jene aus Nordasien, diesmal eher zurückhaltend gezeigt. Offenbar warte man die weitere Kursentwicklung ab, bevor man sich mit größeren Mengen eindecke. Kurzfristig erwarten die Analysten eine Stabilisierung des Index auf dem aktuellen Level, mittelfristig werde vor allem das globale Milchangebot eine wichtige Rolle bei der Preisbildung spielen, so die Experten. (Schluss) kam

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