Sie sind noch nicht eingeloggt:
17.07.2019

Inflation sank im Juni 2019 auf 1,6%

Moderater Anstieg bei Nahrungsmitteln - Treibstoffe wurden billiger

Wien, 17. Juli 2019 (aiz.info). - Die heimische Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) lag im Juni 2019 bei 1,6% und sank damit leicht gegenüber dem Vormonat (Mai 2019: 1,7%). Ausschlaggebend für den Rückgang waren Treibstoffe, die sich im Jahresabstand verbilligten, nachdem sie sich im Mai noch verteuert hatten. Als massive Preistreiber zeigten sich die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels, wie aus Berechnungen der Statistik Austria hervorgeht. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Schnitt um 0,9%.

Ohne Ausgaben für Wohnen und Restaurants hätte die Inflation 0,6% betragen

Die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie stiegen im Jahresvergleich durchschnittlich um 3,1%. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit +0,61 Prozentpunkten und waren damit stärkster Preistreiber. Für die Instandhaltung von Wohnungen wurde um 3,4% mehr ausgegeben, die Mieten stiegen um 3,3%. Die Ausgaben für Haushaltsenergie erhöhten sich im Schnitt um 3,3%, wofür zum größten Teil die höheren Strompreise (+5,3%) verantwortlich waren. Während für feste Brennstoffe (+4,4%), Fernwärme (+2,1%) und Gas (+1,4%) mehr bezahlt werden musste, sanken die Preise für Heizöl um 3,8%.

In Restaurants und Hotels erhöhten sich die Preise durchschnittlich um 3,1%, was überwiegend auf Teuerungen bei Bewirtungsdienstleistungen zurückzuführen ist (+3,1%). Beherbergungsdienstleistungen kosteten im Jahresabstand um 3,6% mehr. Die Ausgaben für verschiedene Waren und Dienstleistungen stiegen im Schnitt um 1,7%, wofür Teuerungen bei Körperpflege (+2,9%) sowie Versicherungen (+1,1%) ausschlaggebend waren.

Gemüse, Brot, Fleisch und Milchprodukte wurden teurer - Obst erneut billiger

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 0,9%, wofür beinahe ausschließlich die Lebensmittel verantwortlich waren (+1,1%). Die Preise für Gemüse stiegen um 5,9%, für Brot und Getreideerzeugnisse um 2,1% und für Fleisch um 1,1%. Fisch kostete um 7,8% mehr. Milch, Käse und Eier verteuerten sich um 1,2%. Obst hingegen wurde um 8,6% billiger und alkoholfreie Getränke um 0,4%.

Für Freizeit und Kultur musste man im Schnitt um 1,6% mehr ausgeben, was hauptsächlich an den um 3,7% höheren Preisen für Freizeit- und Kulturdienstleistungen lag, während Pauschalreisen etwa günstiger wurden (-0,8%).

Die Ausgaben für Verkehr erhöhten sich durchschnittlich um moderate 0,4%. Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten um 4,0% mehr, Flugtickets um 1,1%. Treibstoffe hingegen verbilligten sich um 2,7% - im Mai hatten sie sich noch um 2,4% verteuert. Nachrichtenübermittlung kostete um 3,2% weniger, Telefon- und Telefaxdienste wurden um 3,0% und Mobiltelefone um 6,8% günstiger.

Preissteigerung für täglichen und wöchentlichen Einkauf deutlich niedriger als Gesamtinflation

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im Jahresvergleich um 0,1% (Mai +0,4%). Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, wurde gegenüber Juni 2018 um 0,3% (Mai +1,6%) teurer.

Die harmonisierte Inflationsrate auf europäischer Ebene betrug im Juni 2019 in Österreich 1,6% und war damit gleich hoch wie jene des nationalen Verbraucherpreisindex. Im Euroraum stieg dieser Wert gegenüber dem Vormonat auf 1,3%, im Juni 2018 hatte er 2,0% betragen, in der EU gab es mit 1,6% keine Änderung zum Vormonat - wohl aber eine deutliche Senkung im Jahresabstand (Juni 2018: 2,1%), wie Eurostat, das statistische Amt der EU, mitteilt. (Schluss) wol

  • Unser Lagerhaus © Archiv