Sie sind noch nicht eingeloggt:
11.10.2017

Hogan will Intervention für Magermilchpulver deckeln

Agrarrat befasste sich auch mit Vereinfachung der GAP und Mercosur-Gesprächen

Luxemburg, 11. Oktober 2017 (aiz.info). - Die Intervention für Magermilchpulver soll zwar vorerst weiterlaufen, doch die Kommission schlägt vor, die aufgenommenen Mengen, die zu fixen Interventionspreisen eingekauft werden, künftig zu deckeln und im Laufe des Jahres 2018 auf null zu senken. Das sagte laut agrarzeitung.de EU-Agrarkommissar Phil Hogan am Montagabend nach dem Agrarrat in Luxemburg "Wir müssen vermeiden, weitere Bestände aufzubauen. Ein Sonderrat soll über das Thema befinden", fügte Hogan hinzu.

Nach Angaben der Kommission befinden sich derzeit 380.000 t Magermilchpulver in den Interventionslägern der EU. Man müsse vermeiden, dass "die Intervention attraktiver ist als der Markt", unterstrich Hogan. Deshalb sei es wichtig, alternative Absatzmöglichkeiten für die intervenierte Ware zu erschließen, zum Beispiel im Futtersektor, um die Läger zu räumen.

Lebensmittelstandards sollen gewahrt bleiben

Darüber hinaus waren auch die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela Thema. Hierüber unterrichtete die Kommission die Agrarminister der Mitgliedstaaten. Sensible Themen im Zusammenhang mit den Gesprächen sind Angebote über zollfreie Importkontingente für Rindfleisch und Ethanol.

So soll die Kommission den südamerikanischen Handelspartnern Agenturberichten zufolge zollfreie Importkontingente für 70.000 t Rindfleisch und 600.000 t Ethanol jährlich angeboten haben. Man wisse um die kritische Bedeutung der Handelsgespräche für die Landwirtschaft, betonte Hogan. Klar sei aber auch, dass die "hohen Lebensmittelstandards in der EU" erhalten blieben, fügte der Kommissar hinzu.

Mitteilung über Vereinfachung der GAP im November

Ferner kündigte Hogan eine Mitteilung über die Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für November an. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Reform diskutierten die Agrarminister darüber, wie die Landwirtschaft zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beitragen könne. Auf die 17 Entwicklungsziele hatten sich die Vereinten Nationen im Jahr 2015 verständigt. Sie enthalten Ziele wie den schonenden Umgang mit Wasser und Ernährungssicherung.

Die Agrarminister bekräftigten, dass die nachhaltigen Entwicklungsziele "integraler Bestandteil" der künftigen Agrarpolitik sein müssten. Der Haushalt der Gemeinsamen Agrarpolitik in der EU müsse dafür entsprechend ausgestattet werden, hieß es weiter. Neue Technologien, besonders aus den Bereichen Information und Kommunikation, sollten dafür gefördert werden. (Schluss)

  • Unser Lagerhaus © Archiv