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25.11.2021

Geflügelpest in niederösterreichischem Kleinbetrieb nachgewiesen

Erlass von Stallpflicht für Betriebe mit mehr als 350 Hühnern in Risikogebiet

Wien, 25. November 2021 (aiz.info). - Die AGES bestätigte laut einer Aussendung in einer kleinen Hühnerhaltung im niederösterreichischen Fischamend den ersten Fall von Geflügelpest in Österreich seit dem Frühjahr. Die Geflügelpest (Aviäre Influenza - "Vogelgrippe") breitet sich in Europa seit Mitte Oktober immer mehr aus. Der Hühnerbestand aus der betroffenen Haltung starb beziehungsweise wurde unter behördlicher Aufsicht getötet und der Betrieb gesperrt. Das Gesundheitsministerium erlässt am 25. November im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium und den Bundesländern sowie aufgrund der wissenschaftlichen AGES-Expertise eine Stallpflicht für Betriebe, die mehr als 350 Stück Geflügel im Risikogebiet halten.
 
Geflügelhaltende Betriebe sollten besonders auf die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen wie Fütterung in überdachten Bereichen achten. Direkte und indirekt Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden. Bei unklaren Gesundheitsproblemen in Geflügelbetrieben sollte auf jeden Fall eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Die verpflichtende Meldung von tot aufgefundenen, wild lebenden Wasser- und Greifvögeln bei der lokal zuständigen Veterinärbehörde (Amtstierarzt/Amtstierärztin) ist ebenfalls für die Früherkennung wichtig.
 
Nachgewiesener H5N1-Typ ist hochpathogen - Verbreitung in Europa durch Vogelzug
 
Zuletzt trat die Geflügelpest in Österreich im Frühjahr 2021 ebenfalls in einem Kleinbetrieb auf. Es handelt sich um eine Erkrankung von Vögeln, die durch Influenza-A-Viren der Subtypen H5 und H7 verursacht wird. Der Subtyp H5N1, den die AGES nun nachgewiesen hat, ist für Vögel hochpathogen (stark krank machend) und führt oft zu vielen Todesfällen, besonders in Hausgeflügelbeständen. Infektionen mit H5N1 sind in Europa beim Menschen bis jetzt nicht nachgewiesen worden.
 
Die Ausbreitung der Geflügelpest in Europa ist heuer besonders stark: Hochpathogene Aviäre Influenzaviren zirkulierten auch in den Sommermonaten in Wildvogelpopulationen. Durch den derzeitigen Herbstzug der Zugvögel auf verschiedenen Routen kommt es zur Verbreitung des Virus in ganz Europa. Bei der Weiterverbreitung spielen auch heimische Wildvögel, besonders Enten und Gänse, eine Rolle. Im heurigen Herbst wurde das Virus aber noch nicht bei heimischen Wildvögeln nachgewiesen. (Schluss)