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18.10.2013

Freihandelsabkommen soll Kanadas Agrarexporte in die EU deutlich erhöhen

Deal zwischen Harper und Barroso: Fleisch gegen Käse

Brüssel/Ottawa, 18. Oktober 2013 (aiz.info). - Das von der EU und Kanada angestrebte Freihandelsabkommen könnte zu zusätzlichen kanadischen Agrarexporten in die EU im Wert von umgerechnet rund EUR 927 Mio. führen, wenn es in Kraft tritt. Davon würden allein EUR 428 Mio. auf das Konto von Rindfleischexporten gehen, wie aus Verhandlungskreisen zu erfahren war. Eine andere Quelle bezifferte den Wert der möglichen Rind- und Schweinefleischlieferungen aus Kanada auf rund EUR 713 Mio. pro Jahr. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte das Land dem Canadian Meat Council zufolge Rind-, Kalb- und Büffelfleisch für EUR 5,7 Mio. in die EU ausgeführt. Bislang sollen die kanadischen Agrarexporte in die EU bei rund EUR 1,7 Mrd. liegen.

Premierminister Harper verhandelt in Brüssel

Der kanadische Premierminister Stephen Harper wolle noch in dieser Woche bei einem Kurz-Besuch in Brüssel die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU abschließen. Harper flog am Donnerstag nach Brüssel, um mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso abschließend über das Handelsabkommen zu sprechen, teilte das Büro des Premierministers mit. Bereits heute, Freitag, will Harper nach Kanada zurückfliegen.

Die Agrarexporte sind ein großer Hemmschuh in den Verhandlungen zwischen Brüssel und Ottawa gewesen, die im Mai 2009 begonnen hatten. Kanadas Wunsch nach höheren Rind- und Schweinefleischexporten in die EU wurde von den führenden europäischen Fleischproduzenten bekämpft. Auf der anderen Seite stellte sich das Land gegen das Begehren der Europäer, mehr Käse nach Übersee zu liefern. Kanada schützt seine heimische Molkereibranche bislang mit hohen Zöllen im Rahmen eines Lieferketten-Managementsystems. Doch diese Hindernisse seien allesamt weitgehend überwunden, hieß es in den Verhandlungskreisen. Ottawa akzeptiere höhere Quoten für Käse aus der EU und die Staatengemeinschaft im gleichen Maße größere Fleischlieferungen aus Kanada. Dort müssten aber die Provinzen einer entsprechenden Vereinbarung noch zustimmen, meldet Dow Jones News. (Schluss)

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