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22.01.2021

Fachforum: Erste Erfolge in Richtung Klimaneutralität in der Landwirtschaft

Australien berichtet von positiven Effekten durch Produktionsumstellungen

Berlin, 22. Jänner 2021 (aiz.info). - In allen Teilen der Welt beteiligt sich der Agrarsektor am Klimaschutz, da es schon im eigenen Interesse der Landwirte ist, etwas gegen Trockenheit und Hitze zu unternehmen. Doch die politische Begleitung zu einer klimafreundlichen Agrarproduktion unterscheidet sich in den verschiedenen Ländern. Ist die Landwirtschaft in Australien besonders von der Erderwärmung betroffen, werden gerade von dort Erfolge bei der Umstellung der Erzeugung berichtet. Selbst nach zwei Jahren ohne einen Tropfen Regen würden Landwirte inzwischen etwas ernten, erklärte Jonathan Duniam, der stellvertretende australische Agrarminister.

Auf dem Online-Fachforum "Klimawandel - was geht's die Landwirtschaft an" im Rahmen der Grünen Woche in Berlin führte Duniam aus, Methoden im Ackerbau ohne pflügen, mit trockenheitsresistenten Sorten und der Präzisionslandwirtschaft zeigten in Australien erste Erfolge. Der Rindersektor des Landes habe sich vorgenommen, bis 2030 klimaneutral zu werden. Die ersten klimaneutralen Steaks gebe es in Australien bereits, meldete Duniam. Vor allem ein Futterzusatz mit Rotalgen vermindere den Methanausstoß der Rinder erheblich. Australien setze auf Innovation, die vom Agrarsektor selbst, also ohne Förderungen vorangetrieben werden müsse. Förderungen lähmten nur die Anstrengungen der Landwirte, in Zeiten des Klimawandels ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, ist der stellvertretende Minister vom australischen Weg überzeugt.

In Kanada werde es ohne eine staatliche Begleitung der Landwirte nicht gehen, meinte die kanadische Agrarministerin Marie-Claude Bibeau. Die Förderungen sollen vor allem in die Risikoabsicherung für die Landwirte fließen. Kanadische Landwirte seien bereits von Investitionen in den Klimaschutz überzeugt. Die Bindung von Kohlendioxid im Boden, Investitionen in die Erzeugung von Biotreibstoffen und die Vermeidung von klimaschädlichen Gasen bei der Düngung nannte Bibeau als Schwerpunkte bei der Anpassung des kanadischen Agrarsektors. Hinzu käme die lokale Erzeugung, die der kanadische Konsument mehr und mehr einfordere.

Wojciechowski: EU hat Vorreiterrolle

Die EU ist nicht allein, stellte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski auf dem Fachforum über den Klimaschutz erleichtert fest. "Wir gehen in die gleiche Richtung", hielt der EU-Kommissar in der Debatte fest. Die EU habe dabei eine Voreiterrolle. Sie wolle bis 2050 klimaneutral wirtschaften, und der EU-Agrarsektor müsse auch einen Beitrag dazu leisten. Die "Farm to Fork"-Strategie" der EU-Kommission mit ihren quantitativen Zielen spiele dabei eine entscheidende Rolle, betonte Wojciechowski. Zudem bekämen mit der GAP-Reform die Landwirte Anreize für eine klimafreundliche Erzeugung. Der Treibhausgasausstoß im Agrarsektor liege zum erheblichen Teil an den zu weiten Transporten von Lebensmitteln, beklagte Wojciechowski. Agrargüter würden im Durchschnitt 177 km transportiert, von denen sich etliche Kilometer durch eine lokale Erzeugung einsparen ließen. (Schluss) mö