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10.01.2019

FAO-Lebensmittelpreisindex im Dezember nahezu stabil

Rückgang im Gesamtjahr 2018 um 3,5%

Rom, 10. Jänner 2019 (aiz.info). - Der FAO-Lebensmittelpreisindex war im Dezember 2018 mit durchschnittlich 161,7 Punkten nahezu unverändert gegenüber dem Wert vom November 2018, da niedrigere Milch- und Zuckerpreise durch gefestigte Getreidenotierungen und etwas höhere Preise für Fleisch und Pflanzenöle weitgehend ausgeglichen wurden. Für das Gesamtjahr 2018 lag der FAO-Lebensmittelpreisindex im Durchschnitt bei 168,4 Punkten und damit 3,5% unter dem Wert gegenüber 2017 sowie knapp 27% unter dem Höchststand von 230 Punkten aus dem Jahr 2011. Die Werte für Zucker fielen im Jahr 2018 am stärksten, aber auch die Preise für Pflanzenöl, Fleisch und Milchprodukte bewegten sich im Jahresvergleich nach unten. Dagegen sind die globalen Preise aller bedeutenden Getreidesorten im Jahr 2018 gestiegen, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit. Der Lebensmittelpreisindex der FAO basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe.

Der FAO-Preisindex für Getreide stieg im Dezember um 3 Punkte oder 1,8% auf durchschnittlich 167,1 Punkte im Vergleich zu November sowie um 9,6% gegenüber Dezember 2017 an. Bei den Weizenpreisen gab es im abgelaufenen Monat leichte Zuwächse, hauptsächlich aufgrund frühzeitiger Regenfälle vor der Ernte in Argentinien sowie knapperen Exportlieferungen aus Russland. Laut FAO beschränkte allerdings ein starker Exportwettbewerb den Preisanstieg. Nach oben ging es im Dezember auch für die internationalen Maisnotierungen angesichts der weltweiten Nachfrage, gepaart mit Wetterbedenken in der südlichen Hemisphäre. Im gesamten Jahr 2018 lag der FAO-Getreidepreisindex im Durchschnitt etwas über 165 Punkte, das sind rund 9% mehr als 2017, aber immer noch 31% unter dem Höchststand von 2011. Die sinkende Weltproduktion von Weizen und Mais trug im Jahr 2018 zum Preisanstieg bei, obwohl die weltweite Versorgung mit allen wichtigen Getreidesorten mehr als ausreichend ist und die Lager nach wie vor gut gefüllt sind.

Pflanzenöle: Leichte Erholung nach zehn rückläufigen Monaten

Der FAO-Preisindex für Pflanzenöl hat sich nach zehn aufeinander folgenden rückläufigen Monaten im Dezember geringfügig um 0,5 Punkte oder 0,4% auf durchschnittlich 125,8 Punkte gegenüber November erhöht. Die leichte Erholung war von höheren Palmölpreisen getragen, die sowohl die steigende Inlandsnachfrage in den großen Produktionsländern als auch die festere weltweite Importnachfrage widerspiegeln. Dagegen sanken die internationalen Soja- und Rapsölnotierungen aufgrund des reichhaltigen Angebots in den USA und der schwachen Nachfrage in der EU weiter. Auch die rückläufigen Mineralölpreise belasteten der FAO zufolge die Pflanzenölwerte. Für das Gesamtjahr lag der FAO-Preisindex für Pflanzenöl im Durchschnitt bei 144 Punkten, das ist ein Minus von 15% gegenüber 2017 und der niedrigste Stand seit 2007, wobei der Palmölpreis angesichts der schwachen globalen Nachfrage den größten Rückgang verzeichnete, begleitet von ausreichend Vorräten in den Erzeugerländern.

Der FAO-Fleischpreisindex erhöhte sich im Dezember um 1,3 Punkte oder 0,8% auf durchschnittlich 163,6 Punkte im Vergleich zu dem im November leicht revidierten Wert. Während sich die Preise für Geflügel und Rindfleisch im Dezember nur wenig veränderten, gaben die internationalen Notierungen für Schaffleisch in erster Linie aufgrund eines größeren Exportangebots aus Ozeanien leicht nach. Im Gegensatz dazu erholten sich die Schweinefleischpreise teilweise, gestützt durch eine starke weltweite Importnachfrage, besonders aus Brasilien. Im Jahr 2018 gab der Gesamtindex um 2,2% auf durchschnittlich 166,4 Punkte im Vergleich zu 2017 nach. Diesen Rückgang führt die FAO auf schwächere Preise bei Schweine- und Geflügelfleisch zurück, der wiederum die höheren Schaffleischnotierungen mehr als kompensierte. Auf den Rindfleischmärkten blieben die Preise auf ähnlichem Niveau wie im Jahr 2017.

FAO-Preisindex für Milchprodukte den siebenten Monat in Folge gesunken

Der FAO-Preisindex für Milchprodukte ist im Dezember den siebenten Monat in Folge gesunken. Mit durchschnittlich 170 Punkten lag der Index damit 5,9 Punkte oder 3,3% unter dem Wert vom November. Im Dezember zeigten die internationalen Notierungen für Butter, Käse und Vollmilchpulver aufgrund zunehmender verfügbarer Exportware - insbesondere aus Neuseeland - nach unten. Dagegen stiegen die Preise für Magermilchpulver wegen einer größeren weltweiten Importnachfrage leicht an. Für das Gesamtjahr 2018 lag der FAO-Preisindex für Milchprodukte im Durchschnitt bei 192,9 Punkten, das ist ein Rückgang von 4,6% im Vergleich zu 2017 und eine Folge von Preissenkungen für alle im Index enthaltenen Milchprodukte während der zweiten Jahreshälfte.

Der Zuckerpreisindex der FAO lag im Dezember bei durchschnittlich 179,6 Punkten, das ist ein Minus von 3,6 Punkten oder 1,9% gegenüber November. Der Abwärtsdruck lastete erneut auf den internationalen Zuckerpreisen aufgrund eines angeblich zügigen Wachstums der Zuckerproduktion in Indien in den vergangenen Monaten. Aber auch sinkende internationale Rohölpreise trugen zum Rückgang der Zuckernotierungen bei, da bei niedrigeren Energiepreisen die Verwendung von Zuckerrohr zur Ethanolherstellung weniger lukrativ ist, was zu mehr Mengen für die Zuckerproduktion führt, insbesondere in Brasilien, dem weltweit größten Zuckererzeuger. Insgesamt sank der Index für 2018 im Vergleich zum Vorjahr um fast 22%, im Umfeld einer ausreichenden, weltweiten Produktion und zunehmender Vorräte. (Schluss) hub

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