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12.01.2018

FAO-Lebensmittelpreisindex im Dezember gesunken - im Gesamtjahr 2017 gestiegen

2017 mit deutlichem Minus bei Zucker sowie Steigerungen bei Milch und Fleisch

Rom, 12. Jänner 2018 (aiz.info). - Die weltweiten Preise für agrarische Rohstoffe sind im Dezember 2017 gesunken, wobei die stärksten Rückgänge für Pflanzenöle und Milchprodukte verzeichnet wurden, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit. Im Detail lag der FAO-Lebensmittelpreisindex im Dezember 2017 bei 169,8 Punkten, und somit 5,8 Punkte oder 3,3% unter dem Wert des Monats davor. Bei Betrachtung des Gesamtjahres 2017 belief sich der FAO-Lebensmittelpreisindex im Durchschnitt auf 174,6 Punkte und lag damit 8,2% über dem Jahresniveau von 2016. Dies entspricht dem höchsten jährlichen Durchschnitt seit 2014, wobei der Wert immer noch 24% unter dem Hoch von 2011 mit fast 230 Punkten liegt. Während die Zuckerpreise im Jahr 2017 stark rückläufig waren, legten die Preise für Molkereiprodukte und Fleisch im Vergleich zum Jahr davor deutlich zu. Moderate Steigerungen gab es auch bei Getreide und Pflanzenölen, so die UN-Organisation. Der Lebensmittelpreisindex der FAO basiert auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe.

Die weltweiten Getreidepreise haben im Dezember nur geringfügig nachgegeben. Der FAO-Index für diese Warengruppe betrug im Durchschnitt 152,7 Punkte - das ist ein Plus von 7,4% gegenüber Dezember 2016. Laut FAO waren ein großes Angebot und stockende Verkäufe für rückläufige Weizenpreise verantwortlich. Dagegen gab es eine leichte Erhöhung bei den internationalen Maispreisen aufgrund widriger Wetterereignisse in Argentinien. Im Jahresdurchschnitt lag der FAO-Getreidepreisindex 2017 bei 151,6 Punkten und somit 3,2% über dem Vorjahr. Zum Höchststand von 2011 beträgt der Abstand aber 37%.

Minus 5,6% bei Pflanzenölen im Dezember

Der FAO-Index für Pflanzenöle ist im Dezember um 9,6 Punkte oder 5,6% auf durchschnittlich 162,6 Punkte gegenüber dem Vormonat gesunken, was einem Fünf-Monatstief entspricht. Das rückläufige Ergebnis führte die FAO hauptsächlich auf niedrigere Notierungen für Palm-, Raps- und Sojaöl zurück. Dabei sind die Vorräte bei Palmöl in Malaysien und Indonesien aufgrund der relativ großen Produktion und schwachen Exportnachfrage auf ein Zwei-Jahreshoch angewachsen. Im Gesamtjahr betrug der FAO-Preisindex für Pflanzenöle durchschnittlich 169 Punkte. Trotz eines Plus von 3% gegenüber 2016 liegt der Wert deutlich unter den Spitzenwerten von 2008 und 2011.

Für Fleisch errechnete die FAO einen Preisindex im Dezember von 171,6 Punkten, der nur knapp unter dem leicht revidierten November-Wert liegt. Während es bei Rindfleisch wegen der guten Angebotslage zu Preisrückgängen kam, war der Markt bei Schweine-, Geflügel- und Schaffleisch überwiegend ausgeglichen. 2017 betrug der FAO-Fleischpreisindex im Durchschnitt 170 Punkte und lag damit 9% über dem Vorjahr, aber 4,7% unter dem Durchschnitt der vorangegangenen fünf Jahre (2012 bis 2016). 2017 zogen die Preise für Schaffleisch am stärksten an, gefolgt von Schweinefleisch, Geflügel und Rindfleisch, teilte die FAO mit.

Weltweite Milchpreise erholten sich 2017 - deutliches Minus im Dezember

Bei den weltweiten Preisen für Milch und Molkereiprodukte gab es im Dezember den dritten monatlichen Rückgang in Folge. Demnach hat der Milchpreisindex der FAO um 19,8 Punkte oder 9,7% auf durchschnittlich 184,4 Punkte gegenüber November nachgegeben. Ein reichliches Exportangebot als Folge einer gedämpften Nachfrage belastete die internationalen Preise aller vier Milchprodukte, aus denen sich der Index zusammensetzt, teilte die UN-Organisation mit. So gerieten die internationalen Preisnotierungen für Magermilchpulver aufgrund der Unsicherheit über die EU-Interventionsbestände weiter unter Druck. Insgesamt erhöhte sich der FAO-Milchpreisindex im Jahr 2017 um 31,5% auf durchschnittlich 202,2 Punkte gegenüber 2016. Die größten Steigerungen gab es bei Butter gefolgt von Vollmilchpulver und Käse, während die Preise für Magermilchpulver stabil blieben, so die FAO.

Auch der FAO-Zuckerpreisindex zeigte im Dezember mit einem Minus von 8,6 Punkten oder 4,1% im Vergleich zum Vormonat nach unten. Die internationalen Notierungen für diese Warengruppe gaben laut der UN-Organisation aufgrund des saisonalen Drucks, der verhaltenen Nachfrage sowie der Erwartungen für einen großen Überschuss im Jahr 2018 nach. Der Zuckerpreisindex der FAO lag 2017 im Jahresschnitt bei 227,3 Punkten, was einem Rückgang von 11,2% verglichen mit 2016 sowie von 38% zum Spitzenwert von 369 Punkten im Jahr 2011 entspricht. Den Rückgang der Zuckerpreise im Jahr 2017 führte die FAO in erster Linie auf die große Ernte in Brasilien, dem weltweit größten Zuckerproduzenten, sowie die Produktionszuwächse in Indien und Thailand zurück. (Schluss) hub