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14.01.2022

EU wirft Gazprom Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor

Russischer Staatskonzern drosselte Angebot trotz reger Nachfrage

Brüssel/Moskau, 14. Jänner 2022 (aiz.info). - Der russische Staatskonzern Gazprom steht unter Verdacht, für die hohen Gaspreise mitverantwortlich zu sein, weshalb die EU-Kommission Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht prüft. Gazprom habe in Zeiten einer steigenden Nachfrage sein Angebot vermindert. Das sei ein provozierendes Verhalten, kritisierte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel. Die EU-Kommission untersuche mögliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht, ob Gazprom seine Marktmacht missbraucht habe. Die EU-Kommission warte noch auf Auskunft der Marktbeteiligten und könne ein Ergebnis der Untersuchung nicht vorwegnehmen, so Vestager. Im Agrarausschuss des EU-Parlaments in dieser Woche kritisierte auch EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski Gazprom wegen eines zu geringen Angebots, das zu extrem hohen Düngemittelpreisen geführt habe. "Das Verhalten von Gazprom sei unangemessen", urteilte Wojciechowski. 

Die Internationale Energieagentur in Paris sieht ein politisches Kalkül hinter den zu niedrigen Liefermengen von Gazprom. In Zeiten erhöhter geopolitischer Spannungen drossle Gazprom seine Lieferungen, bemängelte Fatih Birol von der Internationalen Energieagentur. Während Norwegen, Algerien und Aserbaidschan ihre Gaslieferungen erhöht hätten, habe Russland sie gesenkt. Russland könnte bis zu 10% mehr liefern und nutze die Energiekrise zu politischen Zwecken, führte Birol aus. Gazprom weist darauf hin, dass seine Verträge mit den Käufern erfüllt werden. (Schluss) mö
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