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12.07.2019

EU-Schweinemarkt: Sommerlochflaute drückt auf Erzeugerpreisniveau

Mastschweine-Notierung in Österreich um 3 Cent unter Vorwochenniveau

Wien, 12. Juli 2019 (aiz.info). - Die schon in den Vorwochen unüberhörbaren Meldungen hinsichtlich schlechter Geschäfte am Fleischmarkt haben nun eine neue Dimension erreicht. Waren es zuletzt saisonale und altbekannte Einflüsse wie Ferienbeginn und übergroße Hitze, die in zahlreichen europäischen Ballungszentren den Fleischabsatz reduzierten, so brachte diese Woche eine sehr ärgerliche Exportsperre Deutschlands das Fass zum Überlaufen. Eine deutsche Lebensmittelfirma hatte nämlich polnisches Schweinefleisch auf die Philippinen exportiert, was aufgrund der Problematik rund um die in Polen vorherrschende Afrikanische Schweinepest (ASP) strikt verboten ist. Damit ist ein Absatzmarkt für zirka 30.000 Schweine pro Woche aus deutschen Landen weggebrochen. Vor diesem Hintergrund gab es mächtigen Preisdruck in Deutschland, dem die Erzeugerseite nicht standhalten konnte - ein Minus von 6 Cent war die Folge.

Auch in Österreich wird der Fleischmarkt als so schwach wie selten zuvor beschrieben. Den Lebendmarkt fein säuberlich zu räumen, sei nur möglich gewesen, weil auch das Angebot an schlachtreifen Schweinen auf einem neuerlichen Jahresminusrekord liege, berichtet Johann Schlederer, Geschäftsführer der Schweinebörse. Allein die Steilvorlage aus Deutschland habe letztlich eine Preiskorrektur nach unten erzwungen, da die Schlachtbranche bei der heimischen Fleischindustrie bereits mit Dumpingangeboten aus Deutschland konfrontiert sei. In Folge wurde an der heimischen Schweinebörse ein Minus von 3 Cent fixiert - der Mastschweine-Notierungspreis liegt damit bei 1,77 Euro (Berechnungsbasis: 1,67 Euro) je kg Schlachtgewicht. (Schluss)

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