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22.10.2021

EU-Schweinemarkt: Notierungen trotz guter Versorgungslage überwiegend stabil

Preise in Österreich erneut unverändert

Wien, 22. Oktober 2021 (aiz.info). - EU-weit bleibt die Großwetterlage für Erzeuger von Schweinefleisch unfreundlich. Der Hauptgrund dafür ist seit Monaten derselbe: Die zirka 25%ige Überproduktion in der EU fließt nur zu einem geringen Teil in Drittstaaten ab, sodass der innergemeinschaftliche Warendruck für alle produzierenden Unternehmen in der Wertschöpfungskette Verluste beschert. Zusätzliche Sorgen bereiten den Schweinehaltern die zuletzt um 30 bis 50% gestiegenen Futterkosten. Weil der Fleischwirtschaft die prekäre Lage der Schweinehalter inzwischen bewusst geworden ist, entsteht der Eindruck, dass mit weiteren Preisdruckaktionen vorsichtiger umgegangen wird. Ein zaghafter Hinweis, dass Bodenbildung entstehen könnte, kommt aus Frankreich, wo an der Börse in Plérin ein Anstieg um 0,5 Cent verzeichnet wurde.

In Österreich zeigen sich die Marktverhältnisse deckungsgleich mit den meisten EU-Ländern, das heißt der Warenstrom vom Ferkelstall bis zum Zerlegeband verläuft zähflüssig. Nur weil die Angebotsmengen unter den sonst üblichen Saisonwerten liegen, kommt es zu einer fast vollständigen Räumung am Schlachtschweinemarkt, berichtet Johann Schlederer von der Schweinebörse. Einen kleinen Impuls meldet der Fleischhandel bei der Absatzschiene Richtung des privaten Räucherns beziehungsweise Selchens, wie diese althergebrachte Haltbarmachung von Schweinefleisch in Österreich bezeichnet wird. Das Angebot an Frischware an der österreichischen Schweinebörse lag abermals auf unterdurchschnittlichem Niveau. Im Hinblick auf die zwei unmittelbar bevorstehenden Feiertage am 26. Oktober und 1. November ist allerdings mit keiner knapperen Versorgungslage bei Schlachtschweinen zu rechnen. Vor diesem Hintergrund wurde die Mastschweine-Notierung seitwärts geschrieben und beträgt abermals 1,50 Euro (Berechnungsbasis: 1,40 Euro) je kg Schlachtgewicht. (Schluss)