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13.05.2022

EU-Schweinemarkt: Hohe Inflation bremst Kauflaune

Mastschweine-Notierung in Österreich auf unverändertem Niveau

Wien, 13. Mai 2022 (aiz.info). - Am EU-Schweinemarkt präsentiert sich der Warenstrom entlang der Wertschöpfungskette zähflüssig bis stockend. Nicht zu große, aber immer wieder sichtbare Überhänge seit Ostern sind Indiz dafür, dass für den aktuellen Bedarf mehr als genug schlachtreife Schweine zur Verfügung stehen. Nachdenkliche Stimmung herrscht in der Branche, da trotz günstiger Wetterlage fürs Grillen kaum Impulse spürbar werden. Auch die kräftige Preisrücknahme von 15 Cent letzte Woche in Deutschland trug laut Brancheninsidern zu keiner Umsatzbelebung bei. Vor diesem Hintergrund fixierte das deutsche Preisbildungsmodell auf unverändertem Vorwochenniveau. In den meisten namhaften Schweineländern der EU wurde ebenfalls seitlich notiert, allerdings auf, im Vergleich zu Deutschland, tiefer liegendem Niveau.

Auch in Österreich hält der Wonnemonat Mai nicht, was man von ihm erwartet oder erhofft hätte. Die Fleischbranche rätselt über die Hintergründe der aktuellen Flaute. Die inflationsgeschwächte Kaufkraft schadet dem Fleischabsatz offensichtlich mehr als anderen Branchen. Beispielsweise registrieren die Reisebüros seit Wochen höhere Umsatzzahlen als vor Corona berichtet Johann Schlederer, Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse. Schlacht- und Zerlegebetriebe berichten über volle Gefrierlager auch deshalb, weil die Wurstindustrie ebenfalls wegen Absatzflaute bereits Arbeitstage ausfallen lässt. "Die schicken ihre Leute lieber auf Urlaub, als dass sie uns Ware zur Verarbeitung abnehmen", so der Kommentar eines frustrierten Mitarbeiters in einem Zerlegebetrieb. Allein die Tatsache, dass das Angebot schlachtreifer Tiere nach wie vor unterdurchschnittlich ausfällt, ermöglichte ein Stabilhalten des Vorwochenpreises an der heimischen Schweinebörse. Die Mastschweine-Notierung beträgt daher 1,94 Euro (Berechnungsbasis: 1,84 Euro) je kg Schlachtgewicht. (Schluss)
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