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16.10.2020

EU-Schweinemarkt: Corona-Fälle und ASP verursachen Probleme

Preise aber weitgehend stabil - Unveränderte Notierung in Österreich

Wien, 16. Oktober 2020 (aiz.info). - Die zweite COVID-19-Welle bereitet quer durch die EU auch in der Land- und Fleischwirtschaft Sorgen. Zum einen sind immer mehr Schlachtbetriebe von Personalausfällen betroffen, zum anderen häufen sich Lockdown-Gebiete, was zunehmend zu Einschränkungen und Absatzeinbußen beim Außer-Haus-Verzehr führen wird. Dazu kommt im Nachbarland Deutschland noch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen hinzu, die in der Folge den Druck am europäischen Schweinemarkt weiter erhöht hat.

In Deutschland hat die Corona-Krise die Arbeitskraft-Verfügbarkeit an den Schlacht- und Zerlegebändern mancherorts bis zu 40% dezimiert. Zu 100% weggebrochen ist wegen ASP bei Wildschweinen der BRD-Export nach China, wodurch ein wöchentliches Quantum von 150.000 bis 200.000 Schweinen über Nacht ein Absatzventil verloren hat. Wo befindet sich dieses nicht exportierte Schweinefleisch? Es steht entweder als Lebendtier noch in überfüllten Ställen oder es findet sich auf Binnenmarkt-Offerten mit entsprechend großzügigen Preiszugeständnissen wieder. Die offizielle Mastschweine-Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bleibt trotzdem auf tiefem Niveau unverändert.

In Österreich herrscht emsige Aktivität bei Schlachtung und Fleischgewinnung. Jene COVID-Störungen, die von einigen Schlachtbetrieben in den letzten Wochen gemeldet wurden, konnten inzwischen beseitigt werden. "Zu hoffen ist, dass die aufwendigen Vorkehrungen wie Virus-Testungen und Biosicherheitsmaßnahmen in den Betrieben vor weiteren Störungen bewahren", betont Johann Schlederer von der Schweinebörse. Am Fleischmarkt ist insgesamt reges Treiben zu beobachten. Gesteigertes Interesse an schlachtreifen Schweinen zeigen besonders jene Betriebe, die Exporte Richtung Asien tätigen können. Vor diesem Hintergrund konnte das leicht gestiegene Angebot an der Österreich-Börse zum unveränderten Notierungspreis von 1,50 Euro je kg Schlachtgewicht (Berechnungsbasis: 1,40 Euro) vermarktet werden. (Schluss)