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30.07.2021

EU-Schweinefleischmarkt bei wenig Angebot und Nachfrage stabilisiert

Angebot und Nachfrage in Österreich gleichauf - Börsepreis unverändert

Wien, 30. Juli 2021 (aiz.info). - Am europäischen Schlachtschweinemarkt stabilisiere sich die Lage insgesamt, in einzelnen exportorientierten Ländern wie Dänemark oder Spanien stünden Markt und Preise wegen der schlecht laufenden China-Geschäfte jedoch weiterhin unter Druck. Die Notierungen im überwiegenden Teil der EU-Länder seien somit diese Woche unverändert geblieben, so die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die österreichische Schweinebörse sieht den Schweinefleischmarkt der EU reichlich versorgt, es herrsche permanent das Gefühl der Übersättigung. Die überwiegend defensive Stimmung habe in Deutschland neuerlich Preisforderungen namhafter Schlachtunternehmen heraufbeschworen, die die Erzeugerverbände jedoch pariert hätten. Die Preise in der EU seien jedoch nicht kostendeckend. In Österreich sorge ein kleines Angebot für geräumte Märkte. Kommende Woche lägen Angebot und Nachfrage gleichauf, sodass die Schweinebörse für die Kalenderwoche 31 einen unveränderten Mastschweine-Notierungspreis von 1,64 Euro/kg (Berechnungsbasis: 1,54 Euro) vereinbart habe.

Unterdurchschnittliches Angebot von 90% des Bedarfs stabilisiert heimischen Markt

Dass in Österreich zurzeit kein schlachtreifes Schwein länger als vom Mäster gewünscht im Stall bleibe, sei jedoch nicht dem florierenden Fleischmarkt geschuldet, sondern vielmehr basiere die Markträumung auf einem seit Wochen unterdurchschnittlichen, bei zirka 90% des Bedarfs liegenden Schweineangebot. Nunmehr setze der Fleischhandel auch Erwartungen in zurückkehrende Urlauber, die zeitnah wieder etwas Schwung in die Nachfrage bringen sollten.

Als Ferkelpreise für die Kalenderwoche 30 werden 2,50 Euro/kg genannt, woraus sich eine Preisdifferenz zu bayerischen Ringferkeln von rund 21,95 Euro pro Tier ergäbe.

Österreich Nummer zwei bei Preisen in EU - Druck vor allem in exportorientierten Ländern

Laut Preisvergleich der ISN in zehn Schweine produzierenden EU-Ländern für die Kalenderwoche 30 liegt Österreich hinter Spanien an zweiter Stelle, knapp gefolgt von Dänemark und dahinter Frankreich. Deutschland und die Niederlande verzeichneten demnach spürbar niedrigere Preise. Spanien exportiere im Normalfall rund ein Viertel seiner Schweineproduktion nach China. Es sei daher vom Exportstopp besonders hart betroffen und habe binnen Wochen einen Preisverfall von ebenfalls rund einem Viertel hinnehmen müssen, bleibe aber weiterhin die Nummer eins in der EU. Auch Dänemark ist stark exportorientiert, sieht aber den Markt dank stabiler Ausfuhren nach Japan und anderen asiatischen Ländern als nicht mehr weit vom Gleichgewicht entfernt. Die jüngsten Fälle von Schweinepest in deutschen Betrieben Mitte Juli hätten keinen zusätzlichen negativen Einfluss mehr auf den Markt ausgeübt, da der Export in die wichtigsten Destinationen ohnehin schon gesperrt gewesen sei. (Schluss)