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12.10.2018

EU-Pflanzenschutzexperten tagten in der Landwirtschaftskammer Österreich

Koordinationsstelle für Lückenindikationen diskutierte gemeinsame Projekte

Wien, 12. Oktober 2018 (aiz.info). - Von 10. bis 12. Oktober fand in der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich eine Fachtagung der EU-Koordinationsstelle für Lückenindikationen (MUCF) statt. 90 Experten aus 23 Mitgliedstaaten nahmen daran teil. Im Rahmen dieses Meetings wurden gemeinsame Projekte in den Sparten Gemüse, Obst, Saatgut, Zierpflanzen und Tabak sowie Umsetzungsmöglichkeiten ausführlich diskutiert.

Lückenindikationen im Pflanzenschutz sind Anwendungsgebiete von geringfügigem Umfang, für die es keine oder nur eingeschränkte Bekämpfungsverfahren und Lösungen gibt. Es geht dabei um die Bekämpfung von Pilzkrankheiten, Schädlingen und Unkräutern (Indikationslücken), die bei landwirtschaftlichen Nutzpflanzen im Ackerbau, bei Gemüse, Obst, Wein, Zierpflanzen, Hopfen, Reis und auch bei Tabak die Pflanzengesundheit beeinflussen und große wirtschaftliche Probleme verursachen können. In Österreich handelt es sich dabei um jene Kulturpflanzen, die eine Anbaufläche von 10.000 ha nicht überschreiten beziehungsweise bei großen Kulturen um die Behandlung von außergewöhnlichen Schaderregern.

Die EU-Koordinationsstelle für Lückenindikationen (Minor Uses Coordination Facility, MUCF) wurde im Jahr 2015 auf europäische Ebene gegründet. Sie koordiniert, unterstützt und begleitet die Arbeiten der EU-Mitgliedstaaten zum gemeinsamen Schließen der Lückenindikationen. Sie arbeitet dabei eng mit den zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten sowie der EU-Kommission zusammen und hat ihren Sitz bei der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) in Paris.

Datenbank eingerichtet

Um die EU-Mitgliedstaaten zu ermutigen, wichtige nationale Informationen zu erstellen und zu melden und sie an einer Stelle in englischer Sprache anzubieten, wurde eine eigene Datenbank (European Minor Uses Database, EUMUDA) eingerichtet. Darüber hinaus werden Informationen für Registrierungen gemäß Artikel 40 und 51 der EU-Verordnung 1107/2009 bereitgestellt. Bei regelmäßigen Meetings, welche die Koordinationsstelle organisiert, werden gemeinsam mit den Vertretern der Mitgliedstaaten die problematischen Indikationslücken besprochen. Die EU-Länder einigen sich dann auf die Durchführung von gemeinsamen Projekten, welche die Schließung dieser Lücken ermöglichen sollen. Alle Aktivitäten und Projekte, die bereits abgeschlossen wurden oder bereits in Entwicklung sind, können unter www.eumuda.eu abgerufen werden.

Das jüngste MUCF-Meeting fand dieser Tage in der Landwirtschaftskammer Österreich statt und wurde von LK-Fachexpertin Vitore Shala-Mayrhofer, die für die internationale Kooperation bei der Lückenindikation zuständig ist, organisiert. Im Rahmen der Tagung wurde berichtet, dass mittlerweile 87 gemeinsame Projekte zur Schließung der Lückenindikationen für ausgewählte Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter auf EUMDUA abrufbar sind, davon 70 im Bereich Obst- und Gemüsebau. Einige Projekte wurden bereits erfolgreich abgeschlossen, weitere wichtige Initiativen wurden im Rahmen dieses Meetings in den einzelnen Sparten ausführlich diskutiert und die Umsetzungsmöglichkeiten erläutert. Darüber hinaus informierten Hersteller von Pflanzenschutzmitteln die Teilnehmer über neue Produktentwicklungen. Darunter waren auch innovative Präparate für die biologische Bekämpfung, deren Bedeutung mit der sinkenden Anzahl von chemischen Wirkstoffen zugenommen hat. Das nächste Treffen findet im März 2019 in Brüssel statt. (Schluss)

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