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10.07.2020

EU-Milchmarkt: Notierungen haben sich gefestigt

Vor-Corona-Niveau wird noch deutlich unterschritten

Brüssel, 10. Juli 2020 (aiz.info). - Die Notierungen für Standard-Milchprodukte haben sich in der EU nach dem deutlichen Rückgang im Zuge der COVID-19-Pandemie mittlerweile auf niedrigerem Niveau gefestigt. Bei Butter und Magermilchpulver ist seit einigen Wochen ein kontinuierlicher Aufwärtstrend spürbar, die Preise für Cheddar-Käse bleiben weiter stabil. Das Vor-Corona-Niveau wird allerdings in den meisten Produktkategorien noch deutlich unterschritten und auch die Vorjahreslinie zum Teil verfehlt. Dies geht aus den jüngsten Zahlen der Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EU-Kommission hervor.

Den Angaben der Kommission zufolge, lag die Notierung für Butter am 5. Juli 2020 im EU-Mittel bei 331 Euro/100 kg. Gegenüber dem Schnitt der letzten vier Wochen ergibt sich ein Plus von 4,5%, die Vorjahreslinie wird aber immer noch um 14% unterschritten. Bei Butter haben die Preise ab Ende März 2020 stark nachgegeben. Damals lagen sie im Mittel bei 350 Euro, Mitte Mai wurde mit 281 Euro der tiefste Wert des Jahres verzeichnet, seither tendierten sie wieder nach oben.

Magermilchpulverpreise erholen sich

Magermilchpulver notierte am 5. Juli 2020 bei 217 Euro/100 kg, gegenüber dem Schnitt der letzten vier Wochen ergab sich ein Zuwachs von 1,6%. Das Vorjahresniveau wird seit Ende Mai überschritten (aktuell um 6%). Bei Magermilchpulver erfolgte im Zuge der Corona-Krise der stärkste Preiseinbruch. Anfang März 2020 lag die Notierung noch bei 254 Euro/100 kg, dann sank sie bis Mitte April kontinuierlich auf 191 Euro und erreichte damit den bisherigen Tiefpunkt des Jahres; seither tendieren die Preise - mit Unterbrechungen - wieder nach oben.

Die Notierung für Vollmilchpulver lag am 5. Juli bei 279 Euro/100 kg und damit um 2,1% über dem Vierwochen-Schnitt. Die Vorjahreslinie wird derzeit noch um rund 3% unterschritten und auch das Niveau von Anfang März (300 Euro) wird verfehlt. Bei Vollmilchpulver hatte die negative Preistendenz bereits Anfang Februar eingesetzt und bis Ende April angehalten, der Rückgang fiel aber nicht so stark aus wie bei Magermilchpulver. Seit Anfang Mai ist bei diesem Produkt wieder eine positive Preisentwicklung zu verzeichnen.

Anhaltend stabil präsentieren sich die Kurse für Cheddar-Käse. Die Notierung lag am 5. Juli bei 303 Euro/100 kg und damit exakt auf der Vorjahreslinie. Der Durchschnitt der letzten vier Wochen wurde nur geringfügig (-0,1%) unterschritten.

Butter und Cheddar-Käse können die EU-Produzenten aktuell am Weltmarkt günstiger als die Mitbewerber USA und Ozeanien anbieten. Bei Magermilchpulver treten derzeit die USA als Billigstbieter auf und bei Vollmilchpulver hat Ozeanien weiterhin die Preisführerschaft inne. (Schluss) kam

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