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12.08.2019

EU-Apfelernte wird heuer auf 10,56 Mio. t schrumpfen

Menge fällt auch in Österreich spürbar geringer aus

Wien, 12. August 2019 (aiz.info). - Fröste, Hagel und Trockenheit dezimieren in diesem Jahr die europäische Apfelernte. Sie wird gegenüber dem sehr guten Vorjahreswert um 20% auf 10,56 Mio. t schrumpfen und um 8% unter dem Schnitt der vergangenen drei Jahre liegen. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Prognosfruit-Kongresses in Belgien, auf dem traditionell die Ernteschätzung für die kommende Kernobstsaison vorgestellt wird. Im Normalfall wird jeder dritte EU-Apfel in Polen produziert. Aber gerade hier haben sich die Nachtfröste im Frühjahr massiv ausgewirkt und reduzieren die Erntemenge um rund 2 Mio. t. Davon dürfte auch das europäische Umfeld preislich profitieren, berichtet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn. Aber auch bei den Tafelbirnen wird die Ernte mit 2,05 Mio. t unterdurchschnittlich ausfallen. Das Minus von 14% gegenüber 2018 ist in erster Linie auf den starken Einbruch der Menge im wichtigsten Produktionsland Italien (-30%) zurückzuführen.

Österreich: Leicht unterdurchschnittliche Ernte erwartet

Für Österreich beläuft sich die Prognosfruit-Schätzung der Tafelapfelernte 2019 auf rund 144.000 t. Dieser Wert bezieht sich jedoch nur auf die steirische Ernte (die knapp 80% der gesamtösterreichischen Menge ausmacht) und liegt um 22% unter dem Rekordwert des Vorjahres. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2018 ergibt sich heuer eine um 3% geringere Menge.

Ernte in Polen stark verringert

Polen meldet für heuer eine um 44% verringerte Apfelernte, mit einer Menge von 2,71 Mio. t wird das Land aber weiterhin innerhalb der Union der größte Produzent bleiben. Weniger dramatisch ist die Lage in Italien, wo in diesem Jahr voraussichtlich 2,2 Mio. t Äpfel gepflückt werden (-3% gegenüber dem Vorjahr). Aufgrund günstiger Witterungsbedingungen erwarten die französischen Bauern mit 1,65 Mio. t eine um 12% größere Ernte als 2018.

In Deutschland beläuft sich die jüngste Ernteschätzung auf 912.000 t. Das bedeutet im Vergleich mit dem sehr guten Vorjahr ein Minus von 17% und ist im langjährigen Vergleich eine der kleinsten Apfelernten. Den Ausschlag dafür gaben die Nachtfröste im April und Mai, die insbesondere Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg trafen. Hier melden Obstbaubetriebe ohne Frostschutzberegnung Ertragsausfälle von bis zu 70%. In den übrigen Regionen wird mit einer leicht unterdurchschnittlichen Erntemenge gerechnet, die aber durch eine anhaltende Trockenheit noch kleiner ausfallen könnte.

EU-Lager noch gut gefüllt

Die Apfelläger der EU-Mitgliedstaaten waren zum Stichtag 1. Juli mit 560.000 t aufgrund der Rekordernte 2018 noch recht gut gefüllt. Die Menge lag deutlich über dem langjährigen Mittel. In Österreich wurde laut Agrarmarkt Austria (AMA) zum 1. Juli 2019 ein Gesamtlagerstand (Bio- und konventionelle Ware) von rund 37.300 t gemeldet. Der Lagerabbau erfolgte gegenüber dem Vormonat trotz der hochsommerlichen Temperaturen mit 12.600 t immer noch auf einem äußerst passablen Niveau, so die AMA.

Exporte als Ventil

Im Juli 2019 lag in Österreich der von der AMA erhobene Großhandelsabgabepreis für Tafeläpfel aus konventioneller Produktion (Klasse I, sortiert und verpackt) bei 0,49 Euro/kg und damit um 10% unter dem Vormonatsniveau. Mit durchschnittlich 0,50 Euro/kg beziehungsweise 0,69 Euro/kg wurden die Sorten Golden Delicious und Gala unverändert zum Vormonat gehandelt und zeigten auch im Juli mit einer stabilen Preisentwicklung auf. Der Absatz von Fuji und Braeburn - beide Sorten mit leichtem Wertzuwachs - findet weitgehend grenzüberschreitend statt. Sie werden vorwiegend Richtung Deutschland, Skandinavien und Spanien ausgeführt. Auf niedrigem Niveau rückläufig sind die Preise der Sorte Idared. Generell kommen derzeit Absatzimpulse eher von den Exportmärkten.

In den wichtigsten Apfelproduktionsländern der EU (Italien, Polen, Deutschland, Frankreich) notierte der Großhandelspreis für Tafeläpfel im Juli mit durchschnittlich 0,57 Euro/kg um 38% unter dem sehr hohen Vorjahresniveau, aber nur knapp unter dem Fünfjahresschnitt. (Schluss) kam

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