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08.10.2019

Dialog zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und damit zum Klimaschutz

Bierlein/Patek: Jede und jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten

Wien, 8. Oktober 2019 (aiz.info). - Qualitativ hochwertige, sichere und leistbare Lebensmittel sind wesentliches Element für ein nachhaltiges Österreich. Dennoch landen in unserem Land pro Jahr 157.000 t davon im Müll. Vor diesem Hintergrund haben Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und sozialen Einrichtungen zum Dialog geladen, mit dem Ziel, gemeinsam noch intensiver gegen die Vergeudung von Lebensmitteln vorzugehen. "Nahrungsmittel sind zu kostbar, um verschwendet zu werden. In ihnen stecken zahlreiche Ressourcen, menschliche Arbeitskraft, Wasser und Energie. Dennoch werden immer noch zu viele wertvolle Lebensmittel unnötig entsorgt. Um innovative Antworten auf dieses Problem zu finden, braucht es Bewusstseinsbildung, den Dialog und partnerschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen", so die Bundeskanzlerin.

In Summe könnten in Österreich jährlich rund 540.000 t an Lebensmittelabfällen vermieden werden. Jeder Bürger wirft im Jahr 19 kg davon in den Restmüll. Pro Haushalt und Jahr sind dies Waren im Wert von durchschnittlich 300 Euro. "Der bewusste und nachhaltige Umgang mit Lebensmitteln ist nicht nur aus ökologischen und finanziellen Gründen, sondern vor allem aus gesellschaftlichen Überlegungen dringend notwendig", sagt Ressortchefin Patek. Die Weitergabe von Lebensmitteln, die noch essbar, jedoch nicht mehr marktgängig sind, gehört zu den effektivsten Möglichkeiten, der Verschwendung entgegenzuwirken. "Dabei handelt es sich um ein einfaches Prinzip, das bereits vielfach umgesetzt wird. Die von Unternehmen kostenlos bereitgestellten Waren werden von sozialen Einrichtungen abgeholt und an bedürftige Personen weitergegeben. Das ist der richtige Weg. Darum setzen wir uns dafür ein, diesen Weg weiter auszubauen und zu intensivieren."

Einige Trends, wie etwa der steigende Außer-Haus-Konsum, führen zu einer Verschärfung der Situation. Jeder Einzelne kann hierbei sehr einfach einen Beitrag leisten, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und somit auch das Klima zu schützen. Unter www.nachhaltigkeit.at bietet das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) Tipps und Informationen zu diesem wichtigen Thema an.

Deutliche Reduktion durch freiwillige Vereinbarung

2017 hat das BMNT mit dem Handel eine freiwillige Vereinbarung zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen geschlossen, die bereits zu einer deutlichen Reduktion geführt hat. Allein in besagtem Jahr konnten mit 12.250 t fast doppelt so viele, noch genussfähige Erzeugnisse an Sozialmärkte weitergegeben werden als noch 2013. Die Anstrengungen von karitativen Einrichtungen, wie den Österreichischen Tafeln, Unternehmen sowie Vertretern der Zivilgesellschaft sind beispielgebend. Die Wiener Tafel rettet bereits seit zwei Jahrzehnten unermüdlich und in immer größerem Ausmaß genussfähige Lebensmittel vor der Entsorgung und leistet damit einen wichtigen sozialen und ökologischen Beitrag: Täglich kommen bis zu 4 t Nahrungsmittel in über einhundert Sozialeinrichtungen rund 20.000 armutsbetroffenen Menschen zugute.

Aktionsprogramm "Lebensmittel sind kostbar!"

Eine nachhaltige Verringerung vermeidbarer Lebensmittelabfälle soll durch das Aktionsprogramm "Lebensmittel sind kostbar!" realisiert werden. Mittlerweile unterstützen rund einhundert Kooperationspartner dieses Programm, das an Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, an Verbraucher, soziale Einrichtungen, Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen und die öffentliche Verwaltung adressiert ist. (Schluss)

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