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15.05.2019

Deutscher Raiffeisenverband korrigiert Ernteschätzung 2019 leicht nach unten

Kühl-feuchte Witterung bringt Atempause für landwirtschaftliche Kulturen

Berlin, 15. Mai 2019 (aiz.info). - Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine dritte Schätzung für die Getreideernte 2019 leicht nach unten korrigiert. Die jüngste Prognose mit 47,2 Mio. t liegt 0,4 Mio. t unter jener vor einem Monat. Davon entfällt mit knapp 24,3 Mio. t mehr als die Hälfte auf Weizen, gefolgt von Gerste mit 11,9 Mio. t. "Der Regen kam gerade noch rechtzeitig, um die Kulturen vor gravierenden Schäden zu bewahren", betonte Guido Seedler, Getreidemarktexperte des DRV. Die feuchte und kühle Witterung der vergangenen Wochen habe den Trockenstress für die Getreide- und Ölsaatenbestände deutlich reduziert.

Allerdings gibt es bei den Niederschlagsmengen in Deutschland weiterhin ein West-Ost-Gefälle. Während im Süden und Westen durch teilweise viel Regen eine deutliche Entspannung festzustellen ist, fällt sie im Nordosten Deutschlands deutlich geringer aus. "Dort wird weiterhin dringend Regen benötigt, die Situation steht auf Messers Schneide", erklärte Seedler. Dabei ist gerade jetzt eine ausreichende Wasserversorgung erforderlich, denn Gerste und Roggen haben die Ähren bereits geschoben, beim Weizen steht dies unmittelbar bevor. In dieser Entwicklungsphase entscheidet sich, ob die Pflanzen ihr Ertragspotenzial optimal ausschöpfen.

Raps etwas schwächer als im Vormonat

Die Rapsblüte klingt derzeit ab. In einigen Regionen mit knapper Wasserversorgung haben die Pflanzen wie im Vorjahr Blüten abgeworfen. Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Schätzung der Hektarerträge leicht zurückgenommen und geht gegenwärtig von einer Rapsernte in Höhe von 3,0 Mio. t nach gut 3,2 Mio. t im Vormonat aus. Dieser Rückgang ist neben der Wasserknappheit auf eine erneut reduzierte Anbaufläche zurückzuführen. Das Statistische Bundesamt nimmt in seiner aktuellen Prognose an, dass auf 887.000 ha Raps wächst. Diese Fläche ist um 28% kleiner als im Vorjahr. (Schluss)

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