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24.09.2021

Branchenübergreifender Dialog zu Lebensmittelkette - Agrarier betonen Forderungen

Bekenntnis zu Herkunftskennzeichnung, Ombudsstelle und UTP-Richtlinie

Wien, 24. September 2021 (aiz.info). - Nach einem Lebensmittelgipfel mit Vertretern von 18 Verbänden aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel am Donnerstagabend in Oberösterreich betonten Handelsvertreter heute in einer Aussendung ein Bekenntnis zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel in Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung, zur Einrichtung der 2018 von Landwirtschaftsministerium und Handelsverband gemeinsam konzipierten österreichischen Ombudsstelle sowie zur Eins-zu-eins-Umsetzung der UTP-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken. Von Landwirtschaftsseite nahmen unter anderem der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Ferdinand Lembacher, und der Präsident der LK Niederösterreich, Johannes Schmuckenschlager, teil. Gegenüber aiz.info betonte Lembacher, man habe einen fairen Umgang mit der Landwirtschaft eingefordert. Steigende Kosten und immer höhere Standards müssten sich in entsprechenden Produzentenpreisen und Anteilen an der Wertschöpfung niederschlagen.

Der Gipfel habe nach heftigen Auseinandersetzungen in der jüngsten Vergangenheit laut Handelsverband einen branchenübergreifenden und konstruktiven Dialog zum Ziel gehabt. Die Wertschätzung regionaler Lebensmittel in Österreich solle weiter gesteigert und das Bauernsterben gestoppt werden.

Die Landwirtschaftsvertreter hätten dabei unter anderem auf den laut WIFO-Studie sinkenden Wertschöpfungsanteil des Agrarsektors, auf stagnierende Einkommen und steigende Kosten sowie auf den in der Agrarstrukturerhebung aufgezeigten Rückgang der Betriebe durch den zunehmenden ökonomischen Druck verwiesen. Die Abgeltung von Zusatzkosten über die Produkterlöse erfolge nur sehr unzureichend. Die Agrarier brachten entsprechende Forderungen vor. Diese sind unter anderem: Vorrang für regional produzierte Ware, der Wertschöpfungsanteil von Landwirtschaft und der ersten Verarbeitungsstufe müsse steigen und eine Abgeltung von Zusatzleistungen erfolgen. Man bekenne sich zu qualitativ hochwertigen Produkten und verlange längerfristige Vertragsmodelle. Die EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken müsse ebenso rasch umgesetzt werden wie eine Mediations- und Schlichtungsstelle zur Absicherung des fairen Wettbewerbs sowie die verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier für verarbeitete Lebensmittel. Schließlich solle der Mengenanteil über Aktionen und Rabattierungen reduziert werden.

An dem Gipfel nahmen teil: Johannes Schmuckenschlager (LK NÖ), Ferdinand Lembacher (LK Ö), Günther Thumser (MAV - Markenartikelverband), Markus Lukas (GGÖ - Geflügelmastgenossenschaft), Mirjam Lichtenberger (ZAG - Zentrale Arbeitsgemeinschaft der österr. Geflügelwirtschaft), Johann Költringer (VÖM - Verband österreichischer Molkereien), Hannes Royer (Land schafft Leben), Hartwig Kirner (Fairtrade Österreich), Oliver Jonke (Bauernladen.at), Georg Strasser (Too Good To Go), Fritz Poppmeier (SPAR Österreichische Warenhandels-AG), Marcel Haraszti (REWE International AG), Christoph Rief (HOFER KG), Alessandro Wolf (LIDL Österreich GmbH), Peter Paul Mölk (MPREIS Warenvertriebs GmbH), Josef Pirker (METRO Österreich GmbH), Manuel Hofer (Transgourmet / TOP-TEAM Zentraleinkauf GmbH), Andreas Haider (UNIMARKT Handels-GmbH) und Rainer Will (Handelsverband). (Schluss) pos