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11.07.2018

Biomasse-Verband und Fachverband Gas Wärme arbeiten künftig enger zusammen

Bestehende Infrastruktur für Gas aus Erneuerbaren nützen

Wien, 11. Juli 2018 (aiz.info). - Um "grünem Gas" in Österreich zum Durchbruch zu verhelfen, wollen der Biomasse-Verband und der Fachverband Gas Wärme künftig verstärkt kooperieren. Beiden Verbänden ist es ein Anliegen, die Dekarbonisierung der Gas- und Wärmeversorgung in Österreich voranzubringen. Dabei soll künftig die vermehrte Verwendung der vorhandenen Gas-Infrastruktur für erneuerbares Gas eine Rolle spielen, das zukünftig auch aus Holz gewonnen werden könnte. "Die Dekarbonisierung unseres Energiesystems ist eine Mammutaufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können", betonen Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, und Peter Weinelt, Obmann des Fachverbandes der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW), unisono. Dazu bedürfe es auch vermehrter Anreize für den Betrieb von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK).

"Das Erdgasnetz bietet die Infrastruktur, um Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Heizwerke, aber auch Gasheizungen und Industrieanlagen oder gasbetriebene Fahrzeuge verstärkt mit erneuerbarem Gas zu versorgen. Die Zukunftstechnologie Power-To-Gas bietet für 'grünes Gas' zudem langfristig weitere Potenziale", so Weinelt, der in der Aufbereitung von Biomasse zu erneuerbarem Gas einen wichtigen Zukunftsmarkt für land- und forstwirtschaftliche Rest- und Nebenprodukte sieht. "Effizienzsteigerungen im Gebäudebereich und der Anlagentechnik werden trotz einer steigenden Anzahl an Biomasseheizungen Potenziale freimachen", ist Titschenbacher überzeugt. Das hänge aber auch maßgeblich von den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. "Durch den Erhalt der bestehenden Anlagen und der direkten Nutzung der Gas- und Fernwärme-Infrastruktur könnten erhebliche Kosten zur Umstellung des Energiesystems gespart werden", erwartet sich Weinelt nicht nur eine strategisch wichtige Erweiterung zu Anwendungen im Einzelfeuerungs-, Fern- und Nahwärme- sowie dem Mobilitätsbereich, sondern auch eine Änderung der Gesetzgebung zu Biomasse- und Erdgas-KWK-Anlagen, damit bestehende Produktionsanlagen nicht aus dem Markt fallen.

Strom- und Wärmeerzeugungs-Anlagen vor dem Aus

Maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung der Nah- und Fernwärmeversorgung sei der Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung mit Biomasse- und Gas-KWK-Anlagen gewesen. Seit 1990 habe sich in Österreich der Nah- und Fernwärmeverkauf verdreifacht, jede vierte Wohnung werde heute hierzulande mit Nah- oder Fernwärme beheizt. "Aufgrund mangelnder gesetzlicher Regelungen stehen diese Biomasse- und Gas-KWK-Anlagen leider kurz vor dem Aus. Kommt es hier nicht rasch zu einer Korrektur, verlieren wir 20% der Ökostromproduktion und ein Drittel der erneuerbaren Fernwärme", kritisiert Titschenbacher. Der Fachverband Gas Wärme und der Biomasse-Verband fordern daher von der Politik eine "umgehende Lösung zum Weiterbetrieb der Biomasse- und Erdgas-KWK-Anlagen" ein, aber auch "passende Rahmenbedingungen zur Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz".

Versorgungssicherheit durch Sektorkopplung

"Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und dem vorgesehenen rückläufigen Stromimport erhöht sich der Bedarf an saisonaler Energiespeicherung. Die rohstoffabhängige Energieerzeugung ist, wie kein anderer, Garant für Versorgungssicherheit. Denn die Strom- und Wärmebereitstellung durch Biomasse und erneuerbarem Gas in Zusammenhang mit bereits vorhandener Fernwärme- und Gasinfrastruktur ist immer gegeben - auch dann, wenn andere volatile Erneuerbare ausfallen", verdeutlichen Titschenbacher und Weinelt. (Schluss)

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