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07.04.2021

Agrarische Außenhandelsbilanz 2020 trotz Corona-Krise erstmals positiv

Österreichische Lebensmittel in zahlreichen EU- und Drittländern sehr gefragt

Wien, 7. April 2021 (aiz.info). - Die Statistik Austria hat die vorläufigen Außenhandelsdaten für das Jahr 2020 mit positiven Entwicklungen für den Agrar- und Lebensmittelbereich veröffentlicht. Während die Exporte Österreichs 2020 insgesamt krisenbedingt um 7,5% einbrachen, konnte der Agrarsektor insgesamt um 3,9% zulegen und erzielte mit einem Anteil von 9% an den österreichischen Gesamtexporten einen neuen Bestwert. "Die aktuellen Exportzahlen unterstreichen die Bedeutung des Agrarhandels sowohl für die österreichische Gesamt- als auch für die Agrarwirtschaft", stellt das Landwirtschaftsministerium dazu fest.

Im Jahr 2020 wurden Agrarprodukte und Lebensmittel im Wert von rund 12,77 Mrd. Euro exportiert. Ein Exportzuwachs bei rein landwirtschaftlichen Erzeugnissen um 4,5% sowie ein gleichzeitiger Rückgang bei Importen in diesem Segment um 1,4% führten zu einer Abnahme der traditionell negativen Außenhandelsbilanz im Agrarsektor um 305 Mio. Euro auf minus 1,91 Mrd. Euro. Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie legten mit einem Wert von 7,86 Mrd. Euro um 3,5% zu und konnten ihre positive Außenhandelsbilanz auf rund 1,92 Mrd. Euro ausbauen. Dieses starke Ergebnis sowie ein Stagnieren der Agrarimporte - diese stiegen lediglich um 0,2% gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 12,76 Mrd. Euro - führten erstmals zu einer positiven Außenhandelsbilanz im Wert von rund 11 Mio. Euro im gesamten Agrarbereich.

EU-Binnenmarkt wichtigste Destination für österreichische Agrarprodukte

Die Europäische Union bleibt der wichtigste Markt für österreichische Agrarprodukte: Mit rund 9,29 Mrd. Euro wurden 2020 rund 73% aller agrarischen Erzeugnisse in die EU geliefert. Das entspricht einem Anstieg von 4% gegenüber dem Vorjahr. Die restlichen 27% im Wert von rund 3,47 Mrd. Euro wurden auf Drittlandmärkten abgesetzt, das entspricht einem Plus von 3,4% gegenüber 2019. Neben Deutschland (4,67 Mrd. Euro; +6,2%) zählen Italien (1,23 Mrd. Euro; +0,8%), die Niederlande (420 Mio. Euro; +14,4%), Ungarn (455 Mio. Euro; -0,2%) und Slowenien (309 Mio. Euro; -9,9%) zu den Top-Exportländern Österreichs in der Europäischen Union.

Trotz Corona-Krise legten Drittlandexporte zu

Positive Entwicklungen gab es auch bei Ausfuhren in die USA (1,14 Mrd. Euro; +5,2%), die Schweiz (475 Mio. Euro; +9,2%), die Russische Föderation (235 Mio. Euro; +9,4%) und die Volksrepublik China (192 Mio. Euro; +76,7%). Agrarexporte nach Großbritannien, das sich mit dem Austritt aus der EU Anfang 2020 zu den Drittländern gesellt hat, haben sich 2020 negativ entwickelt: Mit 228 Mio. Euro lag der Wert um 5,8% unter jenem des Vorjahres. Großbritannien nimmt damit Platz vier unter den wichtigsten Drittlandexportdestinationen ein.

Bestseller in der Exportstatistik bleiben neben heimischen Getränken (Energydrinks, Eistees und Limonaden mit einem Wert von über 2,45 Mrd. Euro; +3,3% gegenüber 2019) auch Milchprodukte wie Käse und Topfen (637 Mio. Euro, +4%), Süß- und Backwaren (599 Mio. Euro; -5%), eine Vielzahl an Lebensmittelzubereitungen (595 Mio. Euro; +10,1%) sowie Rind- und Schweinefleisch (426 Mio. beziehungsweise 379 Mio. Euro; -5,8% beziehungsweise -1,9%). Auch österreichische Futtermittel finden sehr guten Absatz im Ausland (698 Mio. Euro; +8%). Die Weinexporte entwickelten sich 2020 sehr positiv, sie verzeichneten gegenüber 2019 ein Plus von 2,2% und erzielten einen Exportwert von 198 Mio. Euro. (Schluss)