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14.11.2017

20. Österreichischer Biomassetag im Zeichen der Energiewende

Plank: Entscheidende Faktoren sind Sektorkopplung und Flexibilität

Linz/Wien, 14. November 2017 (aiz.info). - Die Energieerzeugung aus Holz ist eine tragende Säule der heimischen Energiewende und bleibt auch in Zukunft ein unverzichtbarer Bestandteil einer sicheren und vor allem klimafreundlichen Energieversorgung. Bis 2030 könnte sie Erdöl sogar als bedeutendste Energieform ersetzen. Das Schlüsselkonzept bei der Energiewende ist die Sektorkopplung im Energiesystem. Bislang wurden Wärme, Strom und Mobilität unabhängig voneinander betrachtet. Der heute in Windischgarsten, OÖ, stattfindende 20. Österreichische Biomassetag zeigt auf, in welchen Bereichen abseits der traditionellen Wärmebereitstellung die Bioenergie zusätzliche Beiträge liefern kann.

So kann zum Beispiel mit der Energiemenge, die in einem Kubikmeter Holz steckt, mithilfe eines Holzkraftwerkes 3.000 km weit mit einem E-Auto gefahren werden. Die dabei anfallende Restwärme wird ebenfalls genutzt und steigert die Versorgungssicherheit der Wärmenetze. Ein Kubikmeter Holz speichert etwa gleich viel Energie wie ein 18 t schwerer Akku. "Neben der Erzeugung von Strom ist auch die Aufbereitung von Biomasse zu Erdgas oder Heizöl technisch möglich", betonte Josef Plank, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, bei der Eröffnung der heutigen Veranstaltung.

Klimawandel hinterlässt deutliche Spuren

"Das Vorantreiben der Energiewende ist das Gebot der Stunde, denn die Auswirkungen der globalen Erderwärmung um durchschnittlich ein Grad Celsius haben sich 2017 massiv gezeigt: Etwa 200 Mrd. Euro werden die Aufräumarbeiten nach den Hurrikans Harvey und Irma die USA kosten. Von den Auswirkungen der Monsunstürme am anderen Ende der Erdkugel wurde hierzulande kaum berichtet", gab Plank zu bedenken.

Auch in Österreich hinterlasse der Klimawandel seine Spuren: Ein außergewöhnlich kalter Jänner und ein extrem heißer Sommer verursachten Schäden an Hab und Gut der Bevölkerung und an der Natur. "Auch wenn es gelingen sollte, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, werden sich die Auswirkungen des Klimawandels in Zukunft noch deutlich verstärken. Österreich hat sich verpflichtet, seinen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung zu leisten. Was fehlt, ist der politische Konsens, wie dies geschehen soll. Klar ist, es kann nur in einem nationalen Schulterschluss über Partei- und Sektorgrenzen hinweg, gemeinsam mit der traditionellen und neuen Energiewirtschaft erfolgen. In diesem Sinne ist das Motto des diesjährigen Biomassetages - Sektorkopplung und Flexibilisierung - nicht nur rein technisch zu verstehen", unterstrich Plank. (Schluss)

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