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09.02.2012

Deutsche Bio-Bauern konnten 2011 höhere Preise erzielen

Investitions- und Futterkosten bremsen Umstellung auf Bio

Bonn, 9. Februar 2012 (aiz.info). - Bio-Landwirte erhielten 2011 in Deutschland wieder mehr Geld für viele ihrer Produkte. Zwei kleine Getreideernten in Folge und gestiegene Produktionskosten verbunden mit anhaltend hoher Nachfrage haben die Erzeugerpreise für Getreide, Fleisch, Milch und Eier aus biologischer Erzeugung im Laufe des Jahres 2011 ansteigen lassen. Dabei ist das Angebot bei allen tierischen Produkten größer geworden, berichtet die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI).

Nach langer Preisstabilität mit ca. EUR 2,90/kg Schlachtgewicht für E-Schweine kam im Herbst 2011 Bewegung in den Bio-Mastschweinemarkt. Verschiedenste Vermarkter haben ihre Auszahlungspreise um 5 bis 15 Cent/kg erhöht. Viele zahlten für E-Schweine zum Jahresende EUR 3,05 bis 3,15/kg Schlachtgewicht oder mehr - einige sogar pauschal ohne Preismaske. Im Schnitt erreichte der Preis bei den am AMI-Panel teilnehmenden Unternehmen im Dezember EUR 3,13/kg.

Preisabstand zu konventioneller Milch hat sich verringert

Bei Bio-Milch ist sowohl die Nachfrage als auch Anlieferungsmenge 2011 in ähnlichem Umfang um ca. 10% gestiegen. Die Bio-Milchpreise haben im Laufe des Jahres weiter angezogen und erreichten im Dezember 43,7 Cent/kg. Der Preisanstieg fiel jedoch geringer aus als bei konventioneller Milch. Der Abstand zwischen beiden Segmenten hat sich deshalb auf weniger als 8 Cent/kg verringert.

Die Getreideernte fiel 2011 nach einer geringen Menge 2010 nochmals um 3% kleiner aus. Hinzu kamen Qualitätsprobleme in allen Regionen, in denen die Feldfrüchte vom sommerlichen Dauerregen betroffen waren. Die Bio-Getreidepreise lagen im Herbst 2011 auf ähnlichem Niveau wie ein Jahr zuvor. Bei Brotweizen sind das etwa knapp EUR 400,-/t im Herbst 2011. Für das erste Halbjahr 2012 wird ein stabiles Erlösniveau erwartet. Trotz der höheren Erzeugerpreise und der größeren Absatzmenge bleibt die wirtschaftliche Situation in den Produktionszweigen der tierischen Produktion angespannt. Die hohen Investitions- und Futterkosten verhindern bislang die Umstellung auf Bio in größerem Maße.

Deutschland ist nicht nur der größte Absatzmarkt, sondern auch einer der größten Bio-Produzenten in Europa. Dennoch werden große Mengen importiert. Nähere Daten dazu liefert die AMI in ihrer "Markt Bilanz Öko-Landbau 2012". Sie kann unter www.AMI-informiert.de/shop online bestellt werden. (Schluss)

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